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könnte ja Bestimmungen treffen, welche die Verteilung nicht ändern wollen.
Das wäre etwa in der Weise zu erreichen, daß eine Pension den Anspruch auf
die der entsprechenden Einkommensklasse zukommende Naturaleinkommenstype
gewähren würde. Denn der gelegentlich gemachte Vorschlag, man müsse die
Pensionen so gestalten, daß das Naturaleinkommen konstant bliebe, könnte in
Zeiten erheblichen Produktionsrückganges eine Bevorzugung der Rentenbezieher
bedeuten, die wohl auch nicht beabsichtigt wäre. Es könnte bei all dem eine
Bestimmung getroffen werden, welche das Hinabsinken von Naturaleinkommen
unter ein Minimum grundsätzlich verhindert. Es kommt hier nicht darauf an,
die verschiedenen Möglichkeiten zu erwägen, sondern nur die Tatsache hervorzuheben,
welcher Art die Bedenken gegen die Geldschulden sind und wie
ihre Überführung in Naturalrenten grundsätzlich zu behandeln wäre.
Diese Wandlungen sind um so bedeutungsvoller, als eine Reihe von Erscheinungen,
die ganz anderen Ursprungs sind, auf eine unmittelbare Durchsetzung
naturalwirtschaftlicher Einrichtungen hindeuten. Die Industrieunternehmungen
haben während des Krieges immer deutlicher eingesehen, daß
die Beschaffung von Lebensmitteln für die Arbeiterschaft ebenso ein Teil der
Industriepolitik ist wie die Beschaffung von Rohstoffen. Vielfach haben sie
dieselbe geradezu in die Hand genommen, sei es nun, daß sie idie Arbeitslöhne
nicht erhöhten und dafür den Arbeitern die von ihnen benötigten Lebensmittel
zum alten Preis lieferten, sei es, daß sie selbst die Produktion von Lebensmitteln
in Angriff nahmen oder Agrarland pachteten. Es wäre nicht ausgeschlossen,
daß sich so eine Art „erweiterter gemischter Werke“ entwickelt und die Lebensmittelproduktion
von Unternehmerverbänden entweder geradezu durchgeführt
oder mindestens fortlaufend kontrolliert wird, wie dies ja seitens mancher
Städte bereits geschieht. In letzter Linie führt dies zu einer Art Naturallohn,
der den Arbeitern gezahlt wird. Angebahnt ist derlei schon durch
gleitende Lohnskalen, worden, welche auf die Veränderung der Lebensmittelpreise
usw. Rücksicht nahmen.
Auf dem angedeuteten Wege kann sich übrigens eine Interessenf
emeinschaft zwischen Industrie und Landwirtschaft anahnen,
insbesondere, wenn Banken, welche Industrieunternehmen finanzieren,
gleichzeitig die für die Arbeiterversorgung erforderlichen Agrargebiete mit
Kredit versehen. Es kann vielfach so auch für die Industrie ein sicheres Absatzgebiet
geschaffen werden. Welche weiteren Folgen ein solches Ineinandergreifen
haben könnte, läßt sich nicht völlig übersehen. Jedenfalls könnte es
manche Interessengegensätze beseitigen, wozu die verbandsmäßige Wirtschaftsorganisation
überhaupt Anlaß gibt. Sie kann auch den Gegensatz zwischen
Import und Produktion verringern, wenn der Import den Produzenten selbst
übergeben oder mindestens ihnen der Reingewinn aus dem Import überwiesen
wird. Da die Butterimporteure Molkereien zugrunde richten können, hat man
vielfach die Konsumenten durch eine Importerschwerung belastet, während
die Produzenten mit Vorteil für sich selbst Butter importieren könnten, solange
der Mehrgewinn beim Import den Mindergewinn bei der Produktion
wettmacht.
Aber nicht nur die Arbeitslöhne nehmen immer mehr naturalen Charakter
an. Man hat bereits den Vorschlag gemacht, einen Teil der Beamtengehälter
in Naturalien auszuzahlen oder, was dasselbe ist, den Beamten von Staats wegen
Naturalien zu einem gleichbleibenden Preis zu liefern. Im Rahmen einer verbandsmäßigen
Verwaltungswirtschaft bedeutet das eine Verbindung der verschiedenen
Preisbildungen. Während sonst der Lohn aut einem Markt gebildet
wurde, der Lebensmittelpreis auf einem anderen, dürfte nun zwischen
beiden eine Art untrennbarer Verbindung hergestellt werden, welche sich
schließlich zu einem vollständigen Preissystem ausgestaltet, das durch einheitliche
Beratung festgestellt wird und eigentlich bereits naturalwissenschaftlichen
Charakter trägt. Das Geld ist dann kein wirkender Faktor
mehr.
In diesem Rahmen erweist es sich als durchaus bedeutsam, daß während
des Krieges der Tauschhandel immer mehr zugenommen hat. Es hängt
von den Zentralstellen ab, in welchem Ausmaß sie diese in der Entwicklungs-