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eines Professors findet er ihrer so viele, daß er diese Frage nur
verdunkelt. Er unterscheidet „formelle und reale Existenzbedingungen“
des Handwerks.
Zu den „formellen“ zählt er: 1. Ermöglichung handwerksmäßiger
Selbständigkeit; 2. Übermittelung des handwerksmäßigen
Könnens; 3. Schutzgesetzgebung.
Als „reale“ Existenzbedingungen erscheinen: 1. Gestaltung
der BevölkerungsVermehrung; 2. Technik; 3. Gestaltung der Absatzverhältnisse
u. a. m.*)
Der geehrte Volkswirt könnte natürlich noch mehr solche
„Existenzbedingungen“ anführen und würde dennoch in der
Frage des Untergangs des Handwerks keinen Schritt weiterkommen.
Eben deshalb, weil er das entscheidende Moment
ganz außer acht läßt, nämlich den Stand und die Entwicklung
der Produktivkräfte.
Selbstredend sind gewisse Bedingungen notwendig, wenn
eine Wirtschaftsform existieren soll. Auch der Kapitalismus bedarf
diese Bedingungen. Was hat aber diese „Bedingungen“ sowie
die Wirtschaftsform geändert? Wenn wir die Lage der Gewerbetreibenden
in der Stadt Kusnezk mit der der mittelalterlichen Handwerker
vergleichen, fällt uns bald die große Ähnlichkeit in der
Entwicklung des Gewerbes auf, obgleich die „Existenzbedingungen“
beider sehr verschieden sind: eine andere Gesetzgebung,
eine andere Bevölkerungsvermehrung usw. Dagegen ist die Produktivität
der Arbeit des Handwerks sich gleich geblieben, daher
auch die auffallende Ähnlichkeit in der Entwicklung des Gewerbes
und in der dadurch bedingten Nachfrage nach Handwerkererzeugnissen.
Sobald aber in irgend einer Produktionssphäre
die Arbeitsproduktivität so gestiegen ist, daß die Produktion
die Nachfrage dauernd übersteigt, so wird auch das
stabile Gleichgewicht gestört, in dem sich das Handwerk befindet,
und die von Sombart aufgezählten Bedingungen werden
die Umwandlung des Handwerks in einen Kustarbetrieb nicht
aufhalten.
') Der moderne Kapitalismus I, S. 122 ff.