Fünftes Kapitel.
Das Prinzip der Kraftersparnis.
Um produzieren zu können, muß der Mensch nicht nur auf
die Natur einwirken, die ihm das Material liefert, sondern auch
bestimmte soziale Verhältnisse eingehen. Wir kennen keinen
.Wirtschaftstypus, wo die Menschen ganz isoliert für sich leben,
ohne mit anderen Menschen in irgendwelche Beziehungen zu
treten.
Eine Wirtschaft ist eben eine planmäßige Organisation
der menschlichen Arbeitskräfte zwecks wirtschaftlicher Tätigkeit,
zwecks Produktion. Nur diese planmässige Tätigkeit gewährt
der Wirtschaft die Möglichkeit, alle ihr Bedürfnisse zu
decken.
Schon auf den ersten Kulturstufen trifft man die Arbeitsteilung
zwischen Mann und Frau, sowie die gemeinsame Arbeit
mehrerer Personen, wo sie sich notwendig erweist. Das Resultat
der Tätigkeit wird dabei mehr oder weniger vorausgesehen.
Die Zahl der Arbeitskräfte in einer Wirtschaft hängt von der
Zahl ihrer Mitglieder, deren Geschlecht und Alter ab. Die Produktivkraft
eines Arbeiters in der Wirtschaft oder die Produktivkräfte
der Wirtschaft hängen nicht nur von der Gewandtheit und
Kunstfertigkeit ab, sondern auch davon, was für Werkzeuge der
Arbeiter bei seiner Tätigkeit anwendet. Wenn der eine beispielsweise
mit einer Schaufel den Boden auflockert und ein zweiter
ein Gespann Ochsen dazu verwendet, so wird natürlich die Produktivität
ihrer Arbeit sehr verschieden sein. Folglich wird die
Produktivkraft der Wirtschaft durch die Produktionsmittel bedingt,
die ihr zur Verfügung stehen.*)
*) Die anderen Faktoren, die auf den Stand der Produktivkräfte des
Landes Einfluß ausüben, werden bei der Analyse der gesamten Volkswirtschaft
betrachtet werden, die einen Komplex einzelner, untereinander
verbundener Wirtschaften darstellt.