Full text : Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

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Teil  IL  Korn-Giroverkehr.

Hier  kann  das  òiá  leicht  Verwirrung  anrichten,  weil  in  der
Formel  ^eiaeipríiaeGa  eiç  tòv  òeíva  òià  xoû  òeiva  gemäß  meinen  Ausführungen ­
  auf  S.  153  durch  ôiá  der  Zahler  eingeführt  wird.  Der
Leser  könnte  deshalb  in  Koirriç  den  Griroempfänger  und  in  TTerocrtpiç
  den  Girozahler  sehen  Indessen  liegt  hier  der  Fall  insofern
anders,  als  noch  die  Worte  'Hqpai{(TTiáòoç)  K(aT)oi(Kujv)  hinterherkommen. ­
  Daher  haben  wir  in  diesem  Beispiele  die  Katöken  des
Dorfes  Hephaistias  als  die  Girozahler  anzusehen.  Petosiris  ist  der
Vertreter  des  Kopes.  Kopes  ist  der  Empfänger  dieser  Girozahlung.
Ebenso  liegen  die  Verhältnisse  in  BGU.  792  (um  196  n.  Chr.):
[’'Etouç]  TAoukíou  ZeTTTipíou  [Zeouppoju  EudeßoOg  [TTep-TÍvJuKOç
  ZeßadToO  [  ]  —  Auttêùç  AuKa[píuivo]ç  ku'i
péTox(oi)  (TiToX(ÓTOi)  [Kiújfipç’Amáòoç.  Me[|Lt]eTpn|ie0a  anò
•fevri(iLiáTUJv)  [t]oú  aÒToO  êtouç  eiç  Itotoptiv  iTOTopTeiuç
òià  KeqpáXovoç  ’Aniáboç  KaTOÍK(ujv)  rrupoO  pérpuj  bp-P'aj((TÍLu)
  EuUTtp  enaiTOv  dprüßag  béxa  névie,  T(ívovTai)  (nupoO
dpraßai)  le.  [TTjuiXítuv  èv  KXppiu  (Tit[o]X(ótoç)  [pepjéTpppai
Tà[ç  To]ú  TTupoO  dprüßag  bexa  [Trjevie.
Hier  sind  die  Katöken  von  Apias  die  Girozahler,  Stotoetis
der  Giroempfänger  und  Kephalon  Vertreter  des  Stotoetis.
Abschnitt  40.
Buchführung  des  Staatsspeichers.
Jede  Verwaltung,  welche  Einnahmen  und  Ausgaben  an  Geld
oder  geldwerten  Gegenständen  hat,  bedarf  für  die  Buchungen  eines
Tagebuches  und  eines  Kontobuches.  Das  Tagebuch^  wird
dazu  benutzt,  alle  Einnahmen  und  Ausgaben  in  ihrer  zeitlichen
Folge  Tag  für  Tag  zu  vermerken.  Das  Kontobuch  ist  ein  Auszug
aus  dem  Tagebuche,  es  dient  dazu,  die  zeitlich  gebuchten  Eintragungen ­
  des  Tagebuches  nach  sachlichen  Gesichtspunkten  zu
ordnen.
Demzufolge  muß  auch  jeder  Staatsspeicher  ein  Tagebuch
geführt  haben.  Das  Tagebuch  kann  für  Steuersachen  und  für  Privat-‘

  Die  Herausgeber  erklären  die  Urkunde:  „Acknowledgement  by
the  sitologi  of  the  payment  of  I'/e  artabae  of  wheat  "for  the  kútoikoi  of
Hephaestias’.  The  payment  is  made  by  Petosiris,  probably  a  ycujpYÓç,  to  the
account  of  Kopes  (?)  “.
*  vgl.  Archiv  IV  S.  101.
            
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