Full text : Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

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Teil  II.  Korn-Giroverkehr.

(Kió|Liri)i  hier  liegt  Fernzahlung  vor.  Was  die  fünfte  Zahlung,
nämlich  die  Zahlung  ‘(puXÚKcuv*  anbetrifft,  so  erkannten  schon
die  Herausgeber  die  Schwierigkeiten,  die  einer  befriedigenden  Erklärung ­
  dieses  'qpuXÚKUJv*  von  ihrem  Standpunkte  aus  entgegenstehen: ­
  „there  is  no  instance  of  a  payment  in  kind  for  this  tax,
of  which  the  amount  is  generally  1—2  drachmae,  i.  e.  much  less
than  the  value  of  an  artaba  of  wheat.  Moreover  the  names  of
the  imposts  in  these  sitologus  receipts  usually  refer  to  the  nature
of  the  land-tenure.  Perhaps,  therefore,  cpuXÚKiJuv  is  here  to  be  interpreted ­
  in  the  sense  of  land  owned  by  (púXuKeç.  The  Ptolemaic
(puXaKÎxai  received  KXppoi  of  10  arurae,  which  were  naturally  included ­
  in  the  KXppouxiKfi  yfi,  and  here  (poXdKiuv  may  be  only  a
subdivision  of  KXppoúxmv.  There  is  a  difficulty  that  the  payer  is
a  woman,  but  if  she  had  inhereted  a  grant  from  a  (púXaH  the
land-tax  upon  it  might  continue  to  be  called  (ÙTrèp)  (puXáKuuv.  The
absence  of  other  indications  in  the  Roman  period  that  the  (púXuKeç
as  land-owners  formed  a  class  by  themselves  is  balanced  by  the
absence,  on  the  other  interpretation  of  qpuXÚKUJv,  of  the  introduction
of  such  taxes  as  payments  for  guards  into  receipts  of  this  kind
issued  by  the  sitologi“.
Zu  einem  befriedigenden  Ergebnisse  gelangen  wir,  wenn  wir
in  den  (púXaxeç  die  Zahler  sehen;  wir  haben  dann  eine  Zahlung
der  (púXaKeç-Genossenschaft  vor  uns,  wie  in  den  anderen  Fällen
Zahlungen  der  Kleruchen-  und  Katöken-Genossenschaft.  Daß  die
cpóXttKeç  als  besondere  Beamtengruppe  behufs  Erzielung  wirtschaftlicher ­
  Vorteile  zu  einer  Vereinigung  sich  zusammenschlossen,  ist
nach  allem,  was  wir  über  derartige  Vereinigungen  wissen,  sehr
naheliegend;  und  daß  sie  als  Genossenschaft  auch  mit  der  Landwirtschaft ­
  irgendwie  Befassung  hatten  und  demzufolge  ein  Girokonto ­
  beim  Staatsspeicher  besaßen,  ist  nichts  unmögliches.
Die  Kleruchen  und  Katöken  in  unserer  Urkunde  zahlten  sicher
durch  Wegschreibung  von  ihrem  Konto,  die  cpúXaKeç  sehr  wahrscheinlich ­
  ebenso.  Da  am  Schlüsse  der  Urkunde  Vermessungsgebühren ­
  erwähnt  werden  (vgl.  Abschn.  25),  muß  die  Auszahlung
der  einzelnen  Posten  körperlich  erfolgt  sein.  Wofür  die  Empfänger
(zwei  Männer  und  zwei  Frauen)  die  Zahlungen  erhielten,  geht  aus
der  Urkunde  nicht  hervor.  Da  die  einzelnen  Getreideposten  klein
sind,  mag  es  sich  um  kleine  Leistungen  oder  Lieferungen  für  die
Genossenschaften  handeln.
Schwierig  ist  die  Frage,  für  wen  die  vorliegende  Beschei-
            
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