Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Herbstzeitlosensamen

160

Hermelinfelle

misiae,  Beifuß,  H.  asperulae  odoratae,  Waldmeister, ­
  H.  basiüci,  Basilikum-  oder  Königskraut, ­
  H.  capilli  veneris,  Frauenhaarfarn,  H.
cardui  benedicti,  Kardobenediktenkraut,  H.  centaurii
  minoris,  Tausendgüldenkraut,  H.  chelidonii
  majoris,  Schöllkraut,  H.  conii  maculati,
Schierling,  H.  cochleariae,  Löffelkraut,  H.daturae
  stramonii.  Stechapfelkraut,  H.  digitalis  purpureae,
  roter  Fingerhut,  H.  farfarae,  Huflattich, ­
  H.  fumariae,  Erdrauchkraut,  H.  gale-■opsidis,
  Hanfnesselkraut,  H.  gratiolae,  Gottesgnadenkraut, ­
  H.  hyoscyami,  Bilsenkraut,  H.
hyssopi,  'Ysop,  H.  Jaceae  s.  violae  tricoloris,
Stiefmütterchenkraut,  H.  lactucae  virosae,  Giftlattich, ­
  H.  ivae,  Ivakraut,  H.  lobeliae  inflatae,
indianischer  Tabak,  H.  majoranae,  Majorankraut, ­
  H.  mari  veri,  Katzenkraut,  H.  marrubii,
Andornkraut,  H.  melissae,  Melissbnkraut,  H
meliloti,  Steinklee,  H.  menthae  crispae,  Krauseminze, ­
  H.  menthae  piperitae,  Pfefferminze,  H.
menyanthis  s.  trifolii  fibrini,  Fieberklee,  H.
nicotianae,  Tabakblätter,  ,H.  origani,  Dosten,  H.
origani  cretici,  kretischer  Dosten,  H.  polygalae
amarae,  bitteres  Kreuzblumenkraut,  H.  pulegii,
Poleikraut,  H.  pulsatillae,  Küchenschellenkraut,
H.  rutae,  Raute,  H.  sabinae,  Sadebaumkraut,  H.
salviae,  Salbeikraut,  H.  serpylli,  Quendel,  H.
spilanthis  oleraceae,  Parakresse,  H.  tanaceti,
Rainfarnkraut,  H.  thymi  vulgaris,  Thymian,  H.
trifolii,  Bitterklee,  H.  veronicae,  Ehrenpreis,
und  andere.
Herbstzeitlosensamen  (Zeitlosensamen,  lat.
Semen  colchici,  frz.  Semence  de  colchique,  engl.
Colchicum  seed),  die  Samen  von  Colchicum
autumnale,  dem  giftigen  Zwiebelgewächs,  das
auf  feuchten  Wiesen  häufig  vorkommt,  im  Herbst
seine  blaßroten,  röhrigen  Blüten  treibt  und  erst
im  folgenden  Jahre  die  Blätter  nebst  Samenkapseln ­
  nachsendet,  bilden  dunkelbraune,  innen
weißliche,  sehr  harte,  zähe  und  schwierig  zu  zerkleinernde ­
  Körner  von  sehr  bitterem,  ekelerregendem ­
  Geschmack  und  starker  Giftwirkung.
—  Die  Zwiebeln  (lat.  Bulbus  colchici,  frz.Bulbe
de  colchique,'  engl.  Colchicum  root)  sind  gleichfalls, ­
  aber  schwächer  giftig.  —  Das  der  P.lanze
eigentümliche,  stark  gif.ige  Alkaloid  Kolchizin
bildet  färb-  und  geruchlose  Kristallnadeln.  Die
Samen  und  Z-vyiebein,  nament.ich  die  ersteren.
werden  gegen  Gicht  und  Rheumatismus,  als
weinige  Flüssigkeit,  z.  B.  in  Form  der  bekannten
französischen  Spezialität:  Liquor  antigoutteux  du
Dr.  Laville,  angewandt.
Hering  (Häring,  frz.  Hareng,  engl.  Herring).
Dieser^  für  die  Massenernährung,  besonders  der
minderbemittelten  Bevölkerungskreise  außerordentlich ­
  wichtige  Fisch,  Clupea  harengus,
der  in  lebendem  Zustande  ein  schönes  Farbenspiel ­
  mit  grünblauem  Rücken  und  silberweißen
Seiten  besitzt,  kommt  zur  Laichzeit  in  ungeheuren
Mengen  in  die  seichten  Küstengewässer  und
wird  hier  gefangen.  Die  zuerst  eintreffenden
Züge  bestehen  größtenteils  aus  Matjes-  oder
Fettheringen,  d.  s.  solchen,  denen  Rogen  und
Milch  noch  ganz  oder  fast  ganz  fehlen,  während
Vollheringe  mit  Milch  (Sperma)  und  Rogen
(Eier)  anfangs  erst  vereinzelt  darunter  sind,  bis
sie  schließlich  die  Hauptmenge  bilden.  Nach
vollbrachtem  Laichgeschäft  sind  sie  zu  Hohl
heringen,  Ihlen  oder  Schotten  (vom  engl.

shotten  =  entlaicht)  geworden,  die  nur  geringen
Wert  haben,  Wäiirend  früher  die  Holländer  das
Monopol  ,für  den  Heringsfang  besaßen,  kommen
jetzt  die  größten  Mengen  von  Schottland  aus
in  den  Verkehr.  Daneben  liefern  noch  Norwegen, ­
  Irland,  Holland  und  die  aufblühende
deutsche  Hochseefischerei  nennenswerte  Beträge. ­
  —  Der  H.  bildet  als  sog.  grüner,  d.  h,
frisch  aus  dem  Wasser  kommender  Fisch  ein
wertvolles  Nahrungsmittel.  Hauptsächlich  wird
er  aber  schon  seit  Jahrhunderten  gesalzen  und
geräuchert  in  den  Handel  gebracht.  Die  gesalzenen ­
  H.  kommen  ia  Tonnen  verschiedener
Größe  mit  je  403—1200  Stück  in  den  Verkehr
und  werden  in  dieser  ersten  Verpackung,  in
der  sie  unsortiert  und  noch  mit  Hohlheringen
vermischt  sind,  as  Seepack  bezeichnet.  Nach
der  Beseitigung  des  Ausschusses  um-  und  vollgepackt ­
  und  mit  amtlichem  Stempel  versehen,
führen  sie  die  Bezeichnung  Brandhering  (Full
brand).  Zur  guten  Aufbewahrung  der  Fische
ist  erforderlich,  daß  die  Fässer  dicht  sind,  und
im  Winter  frostfrei,  im  Sommer  aber  in  kühlen
Kellern  aufbewahrt  werden.  Neuer  H.  zeigt  auf
dem  Durchschnitt  weißes  Fleisch,  das  mit  zunehmendem ­
  Alter  rötlich  wird.  Nur  im  ersten
Jahre  gilt  die  Ware  als  frisch,  während  sie  im
zweiten  Jahre  nur  noch  zu  niedrigen  Preisen  verkauft ­
  werden  kann.  Der  Nährwert  des  H.  ist  bei
einem  Gehalte  von  15,44%  Eiweiß  und  7,6J  %
Fett  in  frischem  und  von  18,90%  Eiweiß  und
16,90%  Fett  in  gesalzenem  Zustand  überaus  hoch,
so  daß  er  eine  der  bi.ligsten  Stickstoffquellen
bildet.  —  Eine  besondere  Art  von  H.  (Clupea
caspica)  zieht  aus  dem  Kaspischen  Meere  alljährlich ­
  die  Wolga  hinauf  und  wird  hier  gefangen, ­
  elngesalzea  oder  zu  Tran  verarbeitet.  —
Bücklinge  oder  Pöklinge  sind  H„  die,  ausgeweidet, ­
  einen  Tag  lang  in  Salzwasser  gelegt,
dann  an  den  Köpfen  auf  Stäbe  gereiht  und
24  Stunden  lang  einetn  stark  rauchenden  Feuer
ausgesetzt  werden.  Von  der  Art  der  Verpackung
in  Stroh  führt  die  holländische  Ware  die  Bezeichnung ­
  Strohbückling,  während  die  englische ­
  als  Rot  bering  bezeichnet  wird.  Für
Deutschland  sind  Kiel,  Flensburg,  Eckernförde
und  Kappein  als  wichtigste  Räucherungsorte  zu
nennen.  —  Matjesheringe,  die  a's  frische  Ware
nicht  mehr  verkäuflich  sind,  werden,  mit  Essig
und  Gewürzen  eingemacht,  a’s  nordische  Gewürzheringe ­
  in  den  Handel  gebracht.  Alte
Salzheringe  werden  biswei  en  gewässert  und  in
geräucherte  H.  verwandelt.  Eine  Unsitte  der
neuesten  Zeit  besteht  darin,  geräucherte  H.  mit
einer  braunen  Farbe  (Zuckercouleur)  anzustreichen.
  Der  Verbrauch  Deutschlands  an  gesalzenen ­
  Heringen  betrug  1912  etwa  233000  t,  an
frischen  Heringen  und  verwandten  Fischen
131000  t,  insgesamt  364000  t.  Davon  wurden
309000  t  vom  Ausiande  eingeführt.
Hermelinfelle.  Das  He-melin,  eine  Wieselart, ­
  Mustela  erminea,  die  an  Größe  das  Eichhörnchen ­
  etwas  übertrifft,  kommt  auch  in  gemäßigten ­
  Ländern  vor,  ist  aber  hier  ohne  besonderen ­
  Wert,  weil  es  im  Winter  wie  im  Sommer ­
  dasselbe  braune  Kleid  trägt.  Im  hohen
Norden  wird  es  hingegen  während  des  Winters ­
  bis  auf  die  schwarz  bleibende  Spitze  des
kleinen  Schweifes  schneeweiß,  und  nur  diese
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.