Kleesamen
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Klettenwurzel
rantie zu kaufen und an einer Samenkontrollstation
untersuchen zu lassen. — Von den
150 Arten Trifolium kommen für den Anbau
hauptsächlich folgende in Betracht: 1. Rotklee
(Wiesen-, Kopf-, Saatklee), T, pratense, in den
Handelssorten: Brabanter, Holländer oder Bordeaux,
gelblicher, langer, grüner oder Steirischer,
Normannischer und Bretagner. Die Samen sind
rundlich, winkelig, oft beilförmig, glänzendgelbrot
bis violett und iV 2 —2V1 mm breit. —■ 2. Inkarnatklee,
T. incarnatum. Die Samen sind
eiförmig, regelmäßig gewölbt, rötlichgelb bis
rotbraun und graugrünrot, mit schwarzbraunen
Schwielen und dicht anliegenden Würzelchen
versehen und 2—2,5 mm breit. Die wichtigsten
Handelssorten sind: dunkelgraugrüner (früher
und später, oder Vilmorins später rotblühender),
weißer (mit weißem Samen früh und spät,
letzterer auch als Noisetts später weißer I. bekannt)
und fleischroter. — 3. Weißklee, kriechender
K. (Bienen-, Honig-, holländischer,
Schafklee), T. repens, mit weiß, weißgelb und
gelb gefärbten Blüten und hellgelben bis nraunroten,
oft grünlichen Samen von 1 —1,25 mm
Durchmesser. — 4.Niederliegender K. (Goldklee,
kleiner Honig-, gelber Feld-, Hopfenklee
und Hopfenluzerne), T. procumbens, die nur in
England angebaute Sorte mit stark glänzenden,
länglichovalen, sattgelben Samen und angeschmiegten
Würzelchen. — 5. Bastardklee
(schwedischer oder Honigklee), T. hybridum,
aus Schweden, „Alsike kloefver“ mit größeren,
hell- oder dunkelolivengrünen oder schmutzig
rotbraun marmorierten und, wenn unreif, gelbgrünen
Samen. Von den Luzernearten sind
zu nennen: 1. Die gemeine L. (Ewiger-, Monats-,
Spargel-, Schneckenklee, burgundisches
Heu), Medicago sativa, mit gelbbraunen, länglichen,
fast bohnenförmigen, etwas zusammengekniffenen,
matten, eckigen oder schraubenförmigen,
auf dem Rücken oft gekielten Samen,
anliegenden Würzelchen und einem Durchmesser
von 2,5—5 mm. — 2. Die schwedische (deutsche)
oder gelbe L. (Sichel-, Ackerklee, gelber
Steinklee), M. falcata, mit nierenförmigen, rötlichgelben
und ziemlich kleinen Samen. —•
3. Sandluzerne (bunte wechselfarbige), M.
media, mit 2 mm dicken, gelbbraunen und dunkelbraunen
Samen. — 4. Hopfenluzerne
(Hopfenklee, gelber Klee, Hopfenschneckenklee),
M. lupulina, mit nierenförmigen, gelben, glatten
Samen und abstehender Spitze des Würzelchens.
— Der Steinklee (Honigklee, Riesenklee),
Melilotus, dessen Samen oft unter andere
Kleearten gemengt ist, wird in folgende Sorten
unterschieden: Gebräuchlicher Steinklee,
Käseklee (Mottenkraut, Pferdeklee usw.), M.
officinalis, mit gelb bis braunen, x s / 4 —2 mm
breiten Samen. Weißer Steinklee (Pferdeklee),
M. leucanthus, und Blauer St. (Schabziegerklee,
Mottenkraut), M. coerulea. — Die
Esparsette kommt, ebenfalls in mehreren Sorten,
mit den schwer abtrennbaren Plülsen in den
Handel. Der reine Samen ist 3—4 mm lang,
2 mm breit, nierenförmig, hellgrün bis dunkelgrünbraun,
wenn heller, noch unreif, wenn dunkler,
nicht mehr keimfähig. Dauer der Keimkraft
4 Jahre, bestes Saatgut 2 jährig. — Von den
zahlreichen beobachteten Verfälschungen
seien besonders folgende angeführt: Gelbklee
kommt unter Rotklee und Luzerne, Bibernelle
unter Esparsette, ägyptischer K. unter Inkarnatklee,
Weißklee unter Bastardklee, gewöhnliche
Luzerne, Hopfenklee und Melilotus unter der
teureren Sandluzerne, Gelbklee und Hopfenklee
unter gewöhnlicher Luzerne vor. Alter Samen
wird durch Beizen gefirnißt, Unkraut, um die
Mischung nicht zu verraten, durch Abkochen
und Rösten der Keimkraft beraubt. Einen besonderen
Handelsartikel bildet das bekannte
Verfälschungsmittel, der sog. Kleekies, sorgsam
ausgesuchte, in der Farbe den Sämereien
ähnliche oder künstlich gefärbte Quarzkörnchen,
gefärbt mit Kienrußöl und Leinölfirnis für Rotklee,
mit Chromlack für gelben Samen von
Weißklee, Gelbklee und Luzerne, grün durch
Chromlaok und Berlinerblau für Schwedischen
und für Rotklee usw. Gute Sämereien sollen
schwer, voll und glänzend sein, keine verschrumpften
Körner enthalten und sich mit dem
Fingernagel nicht zerdrücken lassen, da sie sonst
für gefeuchtet zu halten sind. Die Prüfung der
Keimfähigkeit geschieht wie bei anderem Samen
durch Aufquellen und Feuchthalten bei gelinder
Wärme in wollenen Lappen oder Erde oder
mittels besonderer Apparate, Kleeprüfer usw.
Kleie (frz. Son, engl. Bran) nennt man die
beim Mahlen des Getreides abfallenden Hüllenoder
Schalenteile der Körner, welche je nach
Art des Mahlverfahrens eine verschiedene Zusammensetzung
zeigen. Die auf den alten deutschen
Mahlgängen gewonnene K. enthält stets
noch viel von den härteren, kleberreichen Stärkezellen
der äußeren Schichten des Kornes und
gilt daher mit Recht für ein wertvolles Kraftfuttermittel.
Seit Einführung der neuen Mahlverfahren
hat sich die Mehlausbeute aber ständig
vergrößert, und dementsprechend die Güte
der K. verschlechtert. Besteht sie nur noch aus
den Hülsen des Kornes ohne allen Stärke- und
Klebergehalt, so hat sie selbstverständlich keinen
Futterwert mehr und sollte nur noch als Einstreu
oder als Verpackungsmaterial benutzt werden.
Man unterscheidet hauptsächlich Weizenkleie,
Roggenkleie und Gerstenkleie, letztere
von der Graupenfabrikation herstammend.
Alle K. muß von guter Beschaffenheit sein und
darf nicht durch fehlerhafte Lagerung einen
dumpfen Geruch angenommen haben oder feucht
und schimmlig geworden sein. Als Verfälschung
sind Zusätze von Reishülsen, Erbsenschalen,
Holzsägemehl, Sand und Ton beobachtet worden.
Behufs leichterer Versendung und größerer
Haltbarkeit hat man jetzt angefangen, die K.
mittels hydraulischer Pressen in Kuchenform
zusammenzupressen.
Klettenwurzel (Bardana-W., lat. Radix bardanae,
frz. Racine de bardane, engl. Burdock
root), die daumendicke Hauptwurzel unserer
Kletten (Lappa major und L. tomentosa), ’
bildet gespalten und getrocknet einen Gegenstand
des Drogenhandels und wird als schweißtreibendes
und haarwuchsbeförderndes Mittel
angewandt. Sie enthält, außer Schleim, Inulin,
etwas Gerbstoff, Bitterstoff und Zucker und hat
einen herben, süßlich bitteren Geschmack. —■
Das Klettenwurzelöl, der mit feinem Olivenöl
hergestellte und dann beliebig, möglichst