Kochsalz
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Kochsalz
.grauschwarzer Pulver durch einfaches Abrösten
von Kobalterzen erhalten wird und erst im Glasfluß
schöne blaue Töne liefert. Kobaltultramarin
(Thenards Blau, Kobaltblau, Leydener
Blau) entsteht, wenn man mit einer
Kobaltsalzlösung getränkten weißen Ton trocknet
und glüht, oder schöner, indem man eine
Mischung von Alaun und schwefelsaurem Kobaltoxydul
zur Trockne eindampft und 6—8
Stunden auf heller Rotglut erhält. Die Farbe
hat den Fehler aller Kobaltfarben, bei Lampenlicht
violett zu erscheinen, und wird, durch den
Ultramarin allmählich verdrängt. Coeruleum
(Coelin) besteht aus Kobaltoxydul und Zinnoxyd.
Kobaltgrün (Zinkgrün, Rinnmanns
Grün) entsteht, wenn ein Brei von frisch gefälltem
Kobaltoxydul und Zinkoxyd getrocknet
und geglüht wird. Die Farbe erscheint bei
größerem Kobaltgehalte dunkel-, bei geringerem
grasgrün und findet für Tapeten und
Zimmermalerei Anwendung, während sie im
Glasfluß nichts als Blau erzeugt. Kobaltgelb
endlich ist ein schönes goldgelbes Kristallpulver,
welches beim Einleiten von Salpetrigsäuredämpfen
in eine Lösung von Kalisalpeter
und salpetersaurem Kobalt entsteht und für Ölund
Aquarellmalerei benutzt wird. Im Glasfluß
erscheint es ebenfalls blau.
Kochsalz (Salz, Chlornatrium, lat. Natrium
chloratum, Sal culinare, frz’. Sei commun, engl.
Kitchen salt) ist auf der Erde in ungeheuren
Mengen verbreitet. Es findet sich in gelöstem
Zustande im Wasser der Meere und zahlreicher
Binnenseen (Kaspisches Meer,Totes Meer, großer
Salzsee in Utah), bildet in fester Form gewaltige
Steinsalzlager als Reste verdunsteter Seen
und Meeresteile und wird aus ihnen durch unterirdische
Wässer gelöst als Salzquellen zutage
gefördert. Alle drei Vorkommnisse werden zur
Salzgewinnung benutzt und liefern die als Seesalz,
Steinsalz und Quellsalz bezeichneten,
nach Aussehen und Reinheit verschiedenen
Sorten. Zur Gewinnung des Seesalzes überläßt
man das Wasser, besonders in den wärmeren
Gegenden (Mittelmeerküsten), vielfach der
freiwilligen Verdunstung, indem man es in sog.
Meersalinen oder Salzgärten, gartenbeetartig
angeordneten flachen Becken, den Sonnenstrahlen
aussetzt, oder man konzentriert es auch
durch Gefrierenlassen. In beiden Fällen scheiden
sich zuerst die schwer löslichen Karbonate
des Kalks und der Magnesia sowie der Gips
aus. Darauf kristallisiert das Kochsalz und zum
Schluß bleiben die leichter löslichen Chloride
des Kalziums, Magnesiums, Strontiums sowie
Chlor-, Brom- und Jodkalium in der Mutterlauge
zurück. Das Meerwasser enthält wechselnde
Mengen, 0,7—3,8 0/0, Mineralstoffe, von
denen 0,5—3, im Mittel 2,5 o/o als Kochsalz anzusprechen
sind. Das Steinsalz wird entweder,
wie in Wieliczka, Bochnia, Kardona in Spanien
1 (hier im Tagebau) direkt bergmännisch gewonnen,
oder man führt es, wie in Hallein
wnd Berchtesgaden, durch Zuleitung von Wasser
in eine konzentrierte Lösung über, die Üeraus-.gepumpt
und weiter verarbeitet wird. Zur Entfernung
des Gipses und der Magnesiumsalze
fällt man zunächst mit genau bemessenen Mengen
Kalkmilch, zieht die klare Lösung von
dem Niederschlage ab und konzentriert sie
durch Eindampfen in offenen Pfannen oder im
Vakuum. Die natürlichen Salzquellen
(Solen) werden erst bei einem Gehalte von
4 0/0 Kochsalz ausgebeutet, sind aber auch dann
noch zu schwach, um direkt versotten zu
werden. Man leitet sie daher zur teilweisen
Entfernung des Wassers auf Gradierhäuser,
aus Reisig und Dornen aufgebaute, bis zu 15m
hohe Wände, und läßt nun die rohe Sole allmählich
in feiner regenartiger Verteilung hindurchträufeln;
Sie verliert dabei nach zweioder
dreimaligem Durchgang soviel Wässer,
daß ihre Konzentration bis auf 20 0/0 ansteigt.
Gleichzeitig reinigt sie sich von einem beträchtlichen
Teil ihrer mineralischen Beimengungen,
besonders dem Gips, der die Dornen in dichter
Schicht als sog. Dornenstein überzieht und
nach dem Brennen direkt , als Düngemittel benutzt
werden kann. Von den Gradierwerken
gelangt die Sole in die Pfannen, in denen sie
bis zur Kristallisation eingedarnpft wird. Hierbei
scheidet sich der Rest des Gipses als sog.
Pfannenstein, fest am Boden anhaftend, aus,
während die fast reinen Kochsalzkristalle ausgekrückt
und, solange, sie noch weiß erscheinen,
auf eine gleich über der, Pfanne befindliche
Traufe zum Trocknen geworfen werden. Von
da kommt das Salz auf Horden in die Trockenkammern.
Die nach den verschiedenen Verfahren
gewonnenen Kochsalzsorten bestehen
alle der Hauptmasse nach aus Natriumchlorid
(s. d.), enthalten daneben aber noch mehr oderweniger
fremde Beimengungen, welche ihren
Gebrauchswert beeinflussen. — In dem, meist
zu Bädern benutzten, rohen Meersalz (Sal
marinum, Boysalz) finden sich nach L. Schneider
1,710/0 Kalziumsulfat, 0,110/0 Magnesiurasulfat,
0,190/0 Magnesiumchlorid und o,u«/ 0
Eisenoxyd und Tonerde; aber auch das gewöhnliche
Kochsalz (Sal Commune) der Salinen
enthält meist 1—30/0 Verunreinigungen, von
denen besonders ein Gehalt an Magnesiumchlorid
dauerndes Feuchtbleiben bedingt. Hingegen
besteht das Steinsalz aus nahezu
chemisch reinem Chlornatrium. Für die wichtigste
Verwendung des K. zu Konservierungsund
Speisezwecken wird in erster Linie das
See- oder Quellsalz benutzt, weil das Steinsalz
wegen seiner größeren Härte meist zu langsam
wirkt. Hingegen findet das letztere vielfache
Anwendung in der chemischen Großindustrie,
zur Fabrikation von Glas und Soda,
zum Aussalzen von Seifen, in der Töpferei zur
Herstellung von Glasuren, in der Weißgerberei
und Farbenfabrikation, zum Einsalzen von
Häuten, zur Bereitung von Kunsteis, als Viehund
Düngesalz. Von allem für Speisezwecke
bestimmten K. wird eine Steuer von 12 M. für
100 kg erhoben, während das zu technischen
Zwecken dienende sog. Gewerbesalz nur mit
0,20 M. belastet ist, vorausgesetzt, daß es durch
eine Vergällung (Denaturierung) zum menschlichen
Genuß untauglich gemacht wird. Als
Vergällungsmittel kommen nach dem Zollgesetz
in Frage je 1 / i °/o Wermut- oder Holzkohlenpulver
und Eisenoxyd für Viehsalz, 1 °/o Kienruß
für Düngesalz, ferner V* 0 / 0 Petroleum,
10/0 Seifenpulver, x 0/0 Schwefelsäure oder 4 o/ 0