Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Baumwollsamenöl

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Behenöl

und  daher  meistens  als  Düngemittel  verwandt
werden.  Der  ungeschälte  oder  mollige  B.  ist
dunkelbraun,  die  bessere  Sorte  (ß.  von  Katania)
heller  gefärbt,  als  schlechteste  Sorte  gelten  die
syrischen.  Geschälte  B.  werden  namentlich  von
England  und  den  Vereinigten  Staaten  eingeführt.
Die  B.  dürfen  nicht  dumpfig  riechen,  noch  sauer
reagieren  und  müssen  frei  von  Pilzwucherungen
sein,  wenn  sie  als  Futter  verwandt  werden  sollen.
Die  ungeschälten  B.  kommen  auch  im  gemahlenen
Zustande  in  den  Handel.  (Extraktionsmehl,
Baumwollensamenmehl.)
Baumwollsamenöl  (Kottonöl,  lat.  Oleum
Gossypii,  frz.  Huile  de  coton,  engl.  Cotton-oil),
das  fette  Öl  der  Baumwollsamen,  wird  teils  in
den  Herkunftsländern  der  Baumwolle  selbst  erzeugt, ­
  teils  in  Europa  aus  eingeführten  Samen
gewonnen.  Das  rohe  B.  ist  trübe  und  dunkelbraun ­
  und  kann  nur  als  Schmieröl  benutzt
werden,  das  raffinierte  hat  eine  gelbe  Farbe,
erstarrt  bei  —■  2bis3°C,  hat  ein  spez.  Gew.  von
0,922—0,930  und  wird  teils  als  Brennöl,  teils  bei
der  Herstellung  von  Seife  und  neuerdings  auch  als
Speisefett  (Florida-Öl)  sowie  zum  Verfälschen
teurerer  Öle  verwandt.  Zum  Nachweise  des  B.
erhitzt  man  10  ccm  mit  einer  Mischung  von
Amylalkohol  und  Schwefel  in  Schwefelkohlenstoff, ­
  wobei  B.  eine  rote  Färbung  annimmt.
Bauxit  (Beauxit),  ein  nach  der  Stadt  Les
Beaux  bei  Arles  benanntes  Mineral,  das  in
seinem  Aussehen  dem  Bolus  ähnelt  und  in
seiner  reinsten  Form  aus  wasserhaltiger  Tonerde, ­
  A1 2 0(0H) 4 ,  mit  73,93  °/o  Aluminiumoxyd
besteht,  meist  aber  wechselnde  Mengen  Eisenoxyd ­
  und  freie  Kieselsäure  enthält,  findet  sich
in  Form  rotbrauner  bis  dunkelroter,  bisweilen
auch  weniger  gefärbter  Adern  und  Knollen,  die
meist  im  Tagebau  gewonnen  werden.  Die  ausgedehntesten ­
  Lager  besitzt  Frankreich  (Südfrankreich), ­
  das  jährlich  3—400000  t  gewinnt,  geringere ­
  Mengen  Deutschland  (Vogelsberg),  Österreich ­
  (Steiermark,  Krain  und  Dalmatien).  Neuerdings ­
  sollen  in  Holländisch-Guyana  ausgedehnte
B.-Lager  gefunden  wordensein,  jdie  im  Besitze  nordamerikanischer ­
  Fabriken  Ausbeuten  von  425000  t
liefern.  B.  ist  das  Ausgangsmaterial  für  die
Herstellung  der  meisten  Aluminiumverbindungen
und  des  metallischen  Aluminiums,  und  die  deutsche ­
  Aluminiumindustrie,  welche  vor  dem  Kriege
ganz  auf  die  französischen  Vorkommnisse  angewiesen ­
  war,  schien  durch  die  Abschneidung
der  Zufuhren  stark  bedroht.  Sie  konnte  aber
zunächst  auf  den  sehr  reinen,  besonders  kieselsäurefreien ­
  (weniger  als  1  %  Si0 2 )  Vogelsberger
B.  und  dann  auf  die  etwa  50000  t  betragende
Erzeugung  der  österreichischen  Adriaküste  zurückgreifen, ­
  die  für  10000  t  Metall  ausreichte.
Später  fand  man  ein  Verfahren  zur  Verarbeitung
gewöhnlichen  Tons,  wodurch  Deutschland  vom
Ausland  völlig  unabhängig  wurde.  •—  Weiter
dient  B.  noch  zur  Ausfütterung  der  rotierenden
Siemensöfen  für  Eisen-  und  Stahlbereitung  und
zur  Herstellung  feuerfester  Tiegel.
Baykuruwurzel  (lat.  Radix  baycuru,  frz.  Racine ­
  de  Baycuru,  engl.  Baycuru-root),  die  Wurzel
der  in  Südamerika  heimischen  Plumbaginee
Statice  brasiliensis,  besteht  aus  0,5—2  cm
dicken  knolligen  Stücken,  die  von  einer  schwarzen, ­
  rissig  gewundenen  Rinde  umgeben  sind  und

auf  dem  glänzend  dunkelbraunen  Querschnitt  eine
deutliche  radiale  Anordnung  der  Gefäßbündel
zeigen.  Die  B.  wird  in  Amerika  als  ausgezeichne-  .
tes  Beruhigungsmittel  bei  Menstruationsschmer-  |
zen  empfohlen.  ,
Bayrum  (Spiritus  Myrciae  comp.),  ein  ursprünglich ­
  in  den  wärmeren  Teilen  von  Amerika  allgemein ­
  verbreitetes,  jetzt  auch  in  Europa  viel
benutztes  Waschmittel  für  Kopf,  Hände  und  den
ganzen  Körper,  wird  am  besten  auf  St.  Thomas
und  Jamaika  aus  den  frischen  Beeren  und  Blättern ­
  des  Baybaumes  (Pimenta  acris)  durch
Destillation  mit  feinem  Rum  hergestellt.  Zurzeit ­
  gewinnt  man  es  meist  durch  Vermischen
von  Rum,  Wasser  und  Spiritus  mit  dem  Bayöl
(Bay-Rumöl,  lat.  Oleum  Pimentae  acris,  Oleum
Myrciae,  frz.  Essence  de  Bay,  engl.  Oil  of  Bay),
dem  zu,  etwa  2,5%  in  den  Blättern  von  Pimenta
acris  enthaltenen  ätherischen  Öle,  das  zu  einem
wesentlichen  Teil  aus  Eugenol  besteht,  ein  spez.
Gew.  von  0,965—0,985  besitzt  und  für  sich  einen
Handelsartikel  bildet.
Bdellium  (lat.  Gummi  s.  Resina  Bdellium,  frz,
Rösine  od.  Gomme  bdellium,  engl.  Gum  bdellium), ­
  ein  balsamisch  riechendes  Gummiharz  aus
Senegambien  und  der  afrikanischen  Ostküste,
das  von  Balsamodendron  africanum  abstammt. ­
  Das  B.  wurde  früher  zu  Pflastern  und
als  Räuchermittel  verwendet,  hat  aber  jetzt  nur
noch  insofern  Interesse,  als  es  häufig  in  der
käuflichen  Myrrhe  gefunden  wird,  der  man  es
schon  in  den  Herkunftsländern  zusetzt.  Auch
im  Senegalgummi  will  man  es  gefunden  haben.
Das  afrikanische  B.  erscheint  in  kugeligen
Stücken  oder  zusammengebackenen  Massen  von
grünlichbrauner  Farbe,  besitzt  einen  dem  Ammoniakgummi ­
  ähnlichen  Geruch  und  enthält,
Harz,  Gummi  und  ätherisches  Öl.  Eine  andere 1
Sorte,  das  indische  B.,  welches  von  Scinde  aus
ausgeführt  wird  und  von  Balsamodendron
Muskal  stammt,  besitzt  eine  dunklere  Farbe
als  das  afrikanische  und  riecht  terpentinartig.
Bebeerurinde  (Beberurinde,  Bibirurinde,
Sipeeririnde,  lat.Cortex  Berbeeru,  frz.Ecorce  de
Berbere,  engl.  Berberu-bark),  ein  jetzt  nicht  mehr
gebräuchlicher  Gegenstand  des  Drogenhandels,
stammt  von  Nectandra  Rodiei,  einem  Baume
Guyanas,  der  auch  das  unter  dem  Namen  Greenheart
  bekannte  Schiffsbauholz  liefert,  und  besteht ­
  aus  flachen,  dunkelzimtfarbigen  Stücken
von  bitterem  Geschmack.  Das  in  der  B.  enthaltene ­
  Alkaloid  Bibirin  oder  Bebeerin  ist
nach  neueren  Untersuchungen  identisch  mit  dem
Buxin.
Beet  juice,  ein  durch  Konzentrieren  von  Fleischsaft
  im  Vakuum  erhaltenes  Nährpräparat  amerikanischen ­
  Ursprungs.
Behenöl  (Be.hennußöl,  Beenöl,  lat.  Oleum
Behen,  Oleum  balatinum,  frz.  Huile  de  Ben  ailä,
engl.  Behen-oil),  das  fette  Öl  der  Behennüsse
(Nuces  behen),  der  Samen  eines  auf  Martinique ­
  und  Guadeloupe  wachsenden  sowie  auch  in
Oberägypten  und  Indien  vielfach  angepflanzten
Baumes,  Moringa  pterygosperma  oder  M.
oleifera,  gehört  zu  den  nicht  trocknenden  Ölen,
ist  dickflüssig,  farblos  oder  blaßgelb  und  geruchlos ­
  und  hat  das  spez.  Gew.  0,912.  Es  zeichnet
sich  durch  große  Haltbarkeit  aus  und  wird  vor
allem  nicht  ranzig.  Eine  andere  Sorte  von  Ja-
            
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