37
III.
Die Kartelle in der deutschen Portland-Zementindustrie.
a) Die Struktur der Kartelle.
D ie Verhältnisse in der deutschen Zementindustrie sind für
eine Kartellierung im allgemeinen günstig. Die Zahl der
Fabriken in den einzelnen Gruppen ist nicht groß, die Produktion
befindet sich zum großen Teile in der Hand großer
Aktiengesellschaften. Die heutigen Produkte sind sehr gleichförmig,
wozu die Normen des Vereins deutscher Portland-Zement-Fabrikanten
von jeher sehr viel beigetragen haben. Die Produktionsverhältnisse
sind in den einzelnen Gebieten, was Rohstoffe
und Arbeiterbeschaffung angeht, auch nicht sehr verschieden.
Ferner ist in einer Zementfabrik viel fixes Kapital
angelegt, das Kapitalrisiko also groß. Zu Zeiten schlechter
Konjunktur ist es aber, wenn überhaupt, nur sehr schwer möglich,
dieses Kapital einem anderen Erwerbszweige dienstbar zu
machen, weil es in Maschinen, Öfen und Gebäuden angelegt ist,
die nur für die Zementfabrikation eingerichtet und zu gebrauchen
sind, ferner in Grundstücken, die einen gleichhohen Wert nur
für die Zementfabrikation besitzen, weil sie die für sie nötigen
Rohstoffe enthalten, die sich für etwas anderes nicht verwerten
lassen; außerdem ist mit dem Abbau der Grundstücke zum Teil
schon begonnen worden, weshalb diese Teile für andere Erwerbszweige
wertlos sind.
Die ersten Kartelle in der deutschen Zementindustrie waren
nur lose Preiskonventionen. Sie hatten alle Mängel, die derartige
Vereinbarungen stets zu besitzen pflegen, und brachten