Full text : Graf Georg Kankrin in nationalökonomischer und finanzwirtschaftlicher Beziehung

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wollten.  Dieser  Versuch  aber  müsse  —  »wie  sogleich  dem
praktischen  Menschenverstand  einleuchtend« 1 )  —  als  ganz
mißlungen  bezeichnet  werden.  Denn  wenn  dieser  i  m  p  6  t
u  n  i  q  u  e  vom  Landmann  erhoben  werden  sollte,  so  entstünde ­
  die  wohlberechtigte  Frage:  »woher  sollte  diese  wenig
kapitalistische  Klasse  von  Staatsbürgern  die  Barschaft  zum
Vorschuß  nehmen?«  Es  würde  zugleich  »die  ungeheure,
auf  einem  Punkt  fühlbare  Abgabe  schon  an  sich  unendlich
größeren  Einfluß  auf  die  Preise  haben  und  fortdauernd  ausüben, ­
  als  dieselbe  Abgabe  durch  mancherlei  Umwege  erhoben,
weil  dort  die  Tendenz  zur  Preiserhöhung  durch  nichts  beinahe ­
  balanciert  würde  —  und  die  beunruhigenden  Sorgen
des  Landmanns  auf  die  Preise  noch  besonders  wirken
müßten«. 2 )  Es  sei  dehalb  vollständig  richtig,  daß  die  Verbraucher ­
  mit  mehr  Abgaben  als  die  Erzeuger  belegt  werden.
»Der  schicklichste  Einschaltungsplatz  der  Steuer«  findet  sich
»gewöhnlich  im  kleinen  bei  dem  Marktverkauf,  im  großen
bei  dem  Handelskapital,  wo  es  nie  am  Vorschuß  fehlen  kann
und  welches  seiner  Natur  nach  zum  Vorschuß  bestimmt
ist«. 3 )  Aber  auch  diese  Abgabenquellen  dürften  nicht  ausschließlich ­
  benutzt  werden,  woraus  für  Kankrin  der  Satz
folgt,  »daß  Orundabgaben  und  sogenannte  indirekte  in  einer
schicklichen  Mischung  immer  zu  einem  Finanzsystem  notwendig ­
  gehören«. 8 )  Und  »das  beste  Abgabensystem  für
jeden  Staat«  entstehe  »nur  durch  eine  nach  den  Umständen
weise  gewählte  Mannigfaltigkeit  an  sich  mäßiger  Abgaben«. 4 )
Nur  müsse  das  Extreme  sowohl  der  Zentralisierung  als  auch
der  Pluralisierung  der  Abgaben  vermieden  werden.
Welche  Anforderungen  können  nun  an  solch  ein  gemischtes, ­
  gutes  Abgabensystem  gestellt  werden?  Zuerst
dürfen  die  Abgaben  »nur  das  reine  Einkommen,  keineswegs
das  Kapital  treffen«;  sie  sollen  dann  mäßig  sein  und
möglichst  im  Verhältnis  auf  allen  gleich  lasten. 5 )  Weiter:
ß  Weltr.  147.  —  2 )  Weltr.  146.  —  3 )  Weltr.  147.  -  4 )  Weltr.  159.
»)  Ök.  220.
            
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