Contents: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

Vorwort des Herausgebers. 
hundert alt ist, .bis auf die neueste Zeit fortführen und ergänzen. 
Es ist kein Zweifel, daß das Buch an Brauchbarkeit durch solche 
Noten sehr gewinnen würde, auch schreien manche Stellen geradezu 
nach einer Fortsetzung und Ergänzung. .Ich hegte denn auch die 
Absicht, wie schon Engels vor mir getan, ergänzende Noten zu geben. 
Ich hatte damit. bereits. begonnen, kam aber von meinem Vorhaben 
wieder ab. 
XXVI 
Diese Noten wären sehr einfach dort, wo die neueren Verhält- 
nisse eine bloße Fortsetzung der von Marx geschilderten sind. Aber 
in dem halben Jahrhundert, das seitdem verflossen, sind die mannig- 
fachsten Aenderungen eingetreten. England hat sein Industrie- 
monopol verloren, es wird immer mehr von Deutschland und den 
Vereinigten Staaten überflügelt. Die herrschende Rolle der Textil- 
industrie hat aufgehört, die Technik hat enorme Umwälzungen 
durchgemacht usw. Diese ganze Entwicklung bildet die glänzendste 
Bestätigung des „Kapital“, sie wird durch dieses erst vollständig 
verständlich, aber sie ist keine geradlinige, sondern eine dialektische 
Entwicklung. 
Die Fortsetzung der Ausführungen des „Kapital“ bis in die 
Gegenwart müßte zeigen nicht nur, daß dieselben Tendenzen heute 
wie damals herrschen, sondern auch wo und warum ihre Er- 
scheinungsformen andere geworden sind. Das ließe sich in einzelnen 
kurzen Noten nicht machen, das würde eine Reihe Monographien 
über die verschiedensten Gebiete erheischen. Es ist fraglich, ob das 
ungeheure Material, das die rapide Ausdehnung und Umwälzung 
des Kapitalismus in dem letzten halben Jahrhundert geliefert, selbst 
durch eine so gewaltige Arbeitskraft, wie die von Marx, noch all- 
seitig bewältigt werden könnte, Selbst das vornehmlich auf England 
beschränkte Material des „Kapital“ hätte Marx nicht so meisterhaft 
beherrschen können ohne Engels Mithilfe. Es ist ganz ausgeschlossen, 
daß einem der heute Lebenden das gleiche für den modernen inter- 
nationalen Kapitalismus gelingt. Und wenn es gelänge, gäbe das 
ein Werk für sich, keine bloße Mustrierung des „Kapital“. 
Werden aber die erläuternden Noten nicht in ausreichender 
Vollständigkeit, sondern nur dort gegeben, wo sie kurz und leicht 
zu fassen sind, dann liegt die Gefahr nahe, daß sie das Gegenteil 
dessen erzielen, was sie bewirken sollen. Sie erwecken einen 
falschen Eindruck, wenn sie gerade dort schweigen, wo am meisten 
neu zu sagen wäre. Der Leser glaubt dann, in der neuen Ausgabe 
nicht bloß zu erfahren, wie die Dinge vor fünfzig Jahren lagen, 
sondern auch, wie sie heute liegen, und wird dabei in allen Punkten 
im Stiche gelassen, in denen sich die wichtigsten Veränderungen 
vollzogen haben.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.