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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Abtrünnigen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

540 
Viertes Buch. Die Abtrünnigen. 
glücklich seien, die sieh unter einer väterlichen Autorität Zusammen 
schlüßen und sich den Zehn Geboten unterwerfen 1 ). Zugegeben! Was 
versteht er aber unter „glücklichen Familien“? Die, die in Einigkeit 
und Beständigkeit, im Vertrauen auf Gott leben. Er stellt daher ein 
gewisses Kriterium a priori des Glückes auf, aber nichts beweist, daß 
die „unbeständige und ungeordnete“ Familie eines Arbeiters der Vor 
städte von Paris sich nicht unendlich viel glücklicher gefühlt, als die 
Wahl-Erbfolge-Familie der Melouga oder die patriarchalische Familie 
der Baschkiren in Turkestan. 
Man könnte glauben, daß Le Play und seine Richtung der deutschen 
historischen Schule verwandt seien, sowohl wegen der Bedeutung, die 
sie der Methode der Beobachtung, und des Gewichtes, das sie den Ein 
richtungen der Vergangenheit beimißt, als wegen ihrer Reaktion gegen 
den Liberalismus und den klassischen Optimismus. Die Ähnlichkeit 
ist aber nur oberflächlich. Im Grunde sind die beiden Schulen nicht 
nur verschieden, sondern sie streben auch verschiedenen Zielen zu. Die 
deutsche Schule sucht in der Vergangenheit die Erklärung der Gegenwart: 
die Schule Le Play’s sucht dort Lehren. Die eine untersucht dort den 
Keim der späteren Entwicklung, während die andere dort den Typus, 
das Modell bewundert, dem man nacheifern muß. Die eine dient der 
Entwicklung, die andere der Überlieferung. Die erstere gelangt zu sehr 
radikalen, fast sozialistischen Schlußfolgerungen; die zweite endet im 
Konservativismus. 
Daher schien uns der richtige Platz Le Play’s nicht im Kapitel 
über die historische Schule, sondern in dem über die christlich-sozialen 
Doktrinen zu sein 2 ). 
Seine grundlegende Anschauung von der angeborenen Neigung 
des Menschen zum Irrtum und zum Übel genügt, um ihn zu klassifizieren. 
Trotzdem darf diese Doktrin nicht mit dem sozialen Katholizismus ver 
wechselt werden, da Le Play sich beständig auf die Zehn Gebote, die 
ein mosaisches Gesetz sind, beruft, fortwährend als Beispiel das prote 
stantische England hinstellt und ebenso oft auf China und die islami' 
tischen Länder verweist. Auf der anderen Seite räumt Ln Play unter 
*) Mit einer gewissen Naivität erklärt er sogar, oft denen eine Belohnung ver 
sprochen zu haben, die ihm eine einzige Familie nachweisen könnten, die außerhalb 
dieser Bedingungen glücklich sei. „Aber,“ fügt er an, „alle meine Bemühungen sind 
erfolglos geblieben“ (Des Ouvriers Europeens, IV, Einleitung). 
2 ) Wenn uns Le Play zum Beispiel lehrt, daß „die wesentliche Konstitution' 
jeder Gesellschaft: 
zwei Grundlagen umfaßt; die Zehn Gebote und die väterliche Autorität; 
zwei Bindemittel: Religion und Königtum; 
drei Bestandteile, Gemeinschaft, Privateigentum und Patronatsordnung; s0 
ist die Bemerkung gestattet, daß die sogenannte Beobachtungsmethode nicht einer 
starken Dosis Dogmatismus entbehrt.
	        

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Die Entwickelung Der Fabrikindustrie Im Lateinischen Amerika. Gebauer-Schwetschke, 1910.
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