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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

Kapitel II. Die Theorie der Bodenrente und ihre Anwendungen. 605 
ein Differentialeinkommen 1 ). Ihren Ursprung verdankt sie den Ver 
schiedenheiten in der Fruchtbarkeit des Bodens. Wenn alle Felder 
gleichmäßig fruchtbar wären, würde sie nicht bestehen. Ebenso haben 
alle anderen seitdem entdeckten Renten denselben Charakter: ob es sich 
um ein Stück Bauland oder einen kräftigeren Arbeiter oder einen in 
telligenteren Unternehmer handelt, stets ist es ein natürlicher Unter 
schied, der die Rente erklärt. Alle diese Renten sind von gleichem Typus. 
In gewisser Weise kann man die Unternehmer, die die gleiche Ware her- 
stellen, die Arbeiter, die denselben Beruf ausüben, die Kapitalien, die in 
dem gleichen Geschäftszweige angelegt sind, in eine Skala sinkender 
Produktivität einstellen, so wie es Ricard o mit den verschiedenen Feldern 
getan hatte. Der letzte Unternehmer, der letzte Arbeiter, das letzte 
Kapital der Skala bringen nur gerade genügend hervor, um sie noch in 
Tätigkeit zu erhalten. Alle anderen erzeugen mehr. Da sie trotzdem ihre 
Waren oder ihre Dienste zu dem gleichen Preise verkaufen, gewinnen 
sie aber eine Rente, die um so höher ist, je mehr ihre Produktivität die des 
letzten der Skala übersteigt. Bei Einschluß der ganzen wirtschaftlichen 
Welt würde es eine Art „Gesetz ungleicher Fruchtbarkeit“ geben, nicht 
nur für die Felder, sondern auch für die Kapitaüen und die individuellen 
Fähigkeiten, — ein Gesetz, das genügen würde, um alle Ungleichheiten 
im Einkommen der Produktionsfaktoren zu erklären. 
Liegt aber in dieser Auffassung nicht etwas außerordentlich Ge 
künsteltes? Lassen sich die Verschiedenheiten des Einkommens nicht 
durch ein einfacheres, allgemeineres Prinzip erklären? Wäre es nicht 
möglich, sich unmittelbar darüber Rechenschaft zu verschaffen? — Ist 
nötig, in einem so allgemeinen Phänomen eine Ausnahme und eine 
Art Anomalie zu sehen? Es konnte nicht ausbleiben, daß man sich diese 
Fragen stellte und es dauerte nicht lange, bis man die Antwort ge 
funden hatte. 
Der erste Zweifel stieg auf, als man bemerkte, daß der Boden sehr 
wohl eine Rente liefern kann, auch ohne daß irgendeine Ungleich 
heit in der Fruchtbarkeit bestände. „Wenn der ganze Boden eines 
Landes für die landwirtschaftliche Bewirtschaftung benötigt wäre,“ sagt 
schon Stuart Mill 2 ), „so würde seine Gesamtheit eine Rente abwerfen.“ 
■Man braucht hierfür nur anzunehmen, daß die Nachfrage genügend stark, 
und die Produktion genügend beschränkt sei, um den Getreidepreis über 
den Produktionskosten zu halten 3 ). Auch wenn die Fruchtbarkeit ungleich 
Q „Man muß sich erinnern, daß die Rente der Unterschied zwischen dem 
durch gleiche Teile Arbeit und Kapital erhaltenen Produkt auf Feldern gleicher oder 
verschiedener Qualität ist‘ ! (Ricardo, Principles, Kap. IX, § 56. — Vgl. oben 
S. 164 f.). 
2 ) Mill, Principles, B. II, Kap. XVI, § 2. 
3 ) Schon Ricardo hatte nebenbei diese Hypothese aufgestellt und gesagt: „Nehmen 
wir an, daß die Notwendigkeit der Lage eine Million Zentner Getreide erfordert, und
	        

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Recht Der Schuldverhältnisse. Schweitzer, 1910.
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