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Nationalökonomie (1.1915)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (1.1915)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886443912
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236258
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
1.1915
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1915
Scope:
XVI, 460 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (1.1915)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie
  • Index

Full text

285 — 
zu erschweren. Das Wesen derselben besteht darin, daß die vereinigten 
Unternehmungen sich einen gemeinsamen Vorstand — trustee — 
wählen, der nach den vereinbarten Richtungen die Geschäftsleitung 
für alle übernimmt, was vielfach zu einer völligen Aufgabe der Selb- 
ständigkeit der einzelnen Unternehmungen geführt hat, so daß, wie 
erwähnt, der Shugartrust eine Anzahl kleiner Raffinerien gegen ent- 
sprechende Entschädigung einfach zum Stillstand brachte und dafür 
die Zentralanstalten vergrößerte, während die exproprlierten Unter- 
nehmer weiter an dem Gesamtertrage partizipierten. Unter dem Druck 
der gesetzlichen Maßregeln haben die Vereinigungen in Amerika abge- 
sehen von den Fusionen noch zu einer anderen Form, nämlich der Holding 
Company oder Kontrollgeseilschaft geführt, die mehr und mehr die alte 
Trustform ersetzt hat, während der Name beibehalten ist. Das Wesen 
der Kontrollgesellschaften besteht darin, daß sie die Mehrzahl der 
Aktien der konkurrierenden Unternehmungen aufkaufen und damit die 
Herrschaft über dieselben gewinnen, während diese als Einzelunter- 
nehmungen bestehen bleiben. Sie sind schon früher vereinzelt vor- 
gekommen, haben aber eine höhere Bedeutung erst seit den neunziger 
Jahren gewonnen. Auch der größte und am allgemeinsten bekannte 
Trust, die Standard-Oil-Company of New Jersey hat diese Form ange- 
nommen. Begünstigt wird diese Entwicklung dadurch, daß in Amerika 
die Aktiengesellschaften. viel verbreiteter sind und die ganz großen 
Unternehmungen eine höhere Bedeutung gewonnen haben als in Europa; 
außerdem durch die noch zu besprechende Gesetzgebung. 
Die Wirkung der Kartelle ist bald in extremer Weise als nütz- Die volkswirt 
lich, bald als schädlich hingestellt. Bald sind die weitgehendsten Wirkung. 
Hoffnungen daraufgebaut (Brentano), bald die größten Befürchtungen 
daran geknüpft, beides scheint uns wesentlich zu weit gegangen zu 
sein. Nur in den Ver. Staaten hat die Entwicklung einen bedrohlichen 
Charakter angenommen. Der Bedeutung der Kartelle sind gewisse 
Grenzen gezogen, die besonders in Deutschland noch als sehr enge 
zu bezeichnen sind. Zur Bildung eines Kartells, das eine nachhaltige 
Wirkung erzielen soll, ist vor allem nötig, daß der größte Teil der 
in Betracht kommenden Unternehmungen der Vereinigung beitritt, 
da sonst unmöglich ein tiefgreifender Einfluß zu erwarten ist. Tun 
sich nur einige Kohlenbergwerke zusammen, so werden sie eine 
Beherrschung der Preise nicht erreichen können; ob sie ihre Produktion 
einschränken oder nicht, bleibt für die Gesamtheit bedeutungslos, es 
kann durch die anderen Unternehmungen leicht ausgeglichen werden. 
Diese Voraussetzung wird aber nur erreicht werden, wenn die Zahl 
der betreffenden Etablissements verhältnismäßig klein ist, was wieder- 
um nur da der Fall sein wird, wo der Großbetrieb vorherrscht. 
Danach erscheinen von vornherein alle Erwartungen als übertrieben, 
welche von der Kartellierung eine allgemeine Beherrschung der wirt- 
schaftlichen Produktion im Marxschen Sinne befürchten und ebenso 
eine allgemeine gedeihliche Regelung der Preise und Löhne unter Be- 
seitigung aller störenden Kämpfe erhoffen. Solange der Klein- und 
Mittelbetrieb noch immer eine höhere Bedeutung hat als der Groß- 
betrieb, wie das auf dem europäischen Kontinente der Fall ist und 
noch in absehbarer Zeit bleiben wird, erscheint all dergleichen aus- 
geschlossen. Dazu kommt, daß doch innerhalb der Großindustrie zu 
viel Interessen individueller, wie lokaler Natur zur Geltung kommen, 
um nicht auch da die Kartellierung zu erschweren und die durchge- 
Voraus- 
jetzungen der 
Kartelle.
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1915.
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