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Nationalökonomie (1.1915)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (1.1915)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886443912
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236258
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
1.1915
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1915
Scope:
XVI, 460 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (1.1915)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie
  • Index

Full text

286 — 
führte wiederum zu gefährden. Voraussetzung ist ferner eine gewisse 
Gleichartigkeit der Größe und sonstigen Beschaffenheit der kartellierten 
Unternehmungen. Ebenso ist eine Vertretbarkeit der produzierten 
Objekte Vorbedingung der Vereinigung, denn nur dabei ist Massen- 
vertrieb und Gleichartigkeit der Preise und somit eine stete Voraus- 
destimmung der Preise möglich. Jedes solches Vorgehen beschränkt 
den Unternehmer in der Verwertung seiner Intelligenz und seiner 
Kapitalkräfte, zwingt ihn, sich auch da unterzuordnen, wo es seiner 
Ansicht nach im Einzelfalle nicht richtig ist, und raubt ihm Gewinne, 
auf die er sonst meint rechnen zu können. Kein Wunder, wenn 
deshalb gerade unternehmungslustige Männer, die nicht zur Leitung 
berufen werden, den Kartellen fernbleiben und sich von bestehenden 
möglichst bald wieder frei zu machen suchen. Auf der anderen Seite 
armöglichen es die durch die Kartelle günstig gestalteten Verhältnisse 
Außenstehenden, bei einem beginnenden Aufschwung der Konjunkturen 
vesonders günstige Geschäfte zu machen, wodurch neue Etablissements 
entstehen, die dem Kartell erhebliche und schließlich leicht bedroh- 
liche Konkurrenz machen. Daher die Beobachtung, daß verhältnis- 
mäßig nur wenige Kartelle von langer Dauer sind, sondern Ver- 
änderungen in den Konjunkturen, wie unter den leitenden Persönlich- 
keiten ihnen verhängnisvoll werden. Viel eher sind Fusionen, d. s. 
Verschmelzungen, namentlich von Aktiengesellschaften zu befürchten, 
wie sie bei den Eisenbahnen in England und in Amerika so ge- 
bräuchlich sind, als nachhaltige Kartellierungen bedrohlicher Art. 
te. Die Gewinnung einer Uebermacht wird noch dadurch erschwert, 
ausgedehn- daß heutigen Tages die internationale Konkurrenz eine immer größere 
rede Bedeutung gewinnt und, wenn es auch internationale Kartelle gibt, 
stehen. diese doch stets nur zu den Ausnahmen gehören werden, weil natür- 
lich die Interessen international bedeutend auseinandergehen und eben- 
so die Größen- und Machtverhältnisse zu verschieden sind. 
Freilich ist durch das schutzzöllnerische Abschließen der einzelnen 
Länder die Preisbildung innerhalb derselben bis zu einem gewissen 
Grade selbständig, und hier ist es mithin den Produzenten durch 
die Schutzzölle erleichtert, durch Kartelle einen erheblichen Einfluß 
zu gewinnen. Damit ist aber auch zugleich der Regierung die Mög- 
lichkeit gegeben, durch die Zollpolitik einen gewissen, wenn auch 
immerhin beschränkten Einfluß auf die Kartelle zu gewinnen. 
Bei der Verschiedenartigkeit der Interessen ist auch nicht eine 
so feste Organisation der Unternehmer zu befürchten, daß sie nach- 
haltig eine Unterdrückung der Arbeiter und Herabdrückung der 
Löhne durchzusetzen vermöchten. Bisher wenigstens haben die Ar- 
beiterorganisationen weit festeres Gefüge gezeigt als die der Unter- 
nehmer. 
Damit soll keineswegs gesagt sein, daß die ganze Kartellbewe- 
gung keine ernstlichen Gefahren in sich schließe. Schon eine zeit- 
weilige Benachteiligung der Arbeiter, eine vorübergehende Ausbeu- 
tung des Publikums zugunsten einzelner ist von Nachteil und muß 
möglichst verhütet werden. An und für sich ist eine Erhöhung der 
Preise industrieller Produkte durchaus nicht als ein Unglück anzu- 
sehen; es kommt vielmehr darauf an, wer den Nutzen davon hat. 
Wird die Preiserhöhung nur durchgeführt, um die Löhne zu erhöhen, 
die Lage der arbeitenden Klasse zu verbessern, so wird sie, wenn 
sie nicht die gewöhnlichen Lebensbedürfnisse betrifft, sogar als ein
	        

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Neuere Zeit. Heyfelder, 1906.
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