Digitalisate EconBiz Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)

Access restriction


Copyright

The copyright and related rights status of this record has not been evaluated or is not clear. Please refer to the organization that has made the Item available for more information.

Bibliographic data

fullscreen: Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)

Multivolume work

Identifikator:
1896404200
Document type:
Multivolume work
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1896404294
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236881
Document type:
Volume
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Volume count:
Bd. 2
Place of publication:
Leipzig [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904
Scope:
1184 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
III. Strafrecht
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft
  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)
  • Title page
  • Contents
  • II. Zivilrecht (Fortsetzung)
  • III. Strafrecht
  • IV. Öffentliches Recht
  • Namen- und Sachregister

Full text

308 
III. Strafrecht. 
zu dem Vertrauen stehen, das die persönlichen Gläubiger eines Schuldners diesem 
entgegenbringen. Eine Vermögensbeschädigung, nicht nur Vermögensgefährdung, tritt 
für die Gläubiger ein, sobald der Schuldner seine Zahlungen eingestellt hat und nachher 
Konkurs macht oder ohne vorausgehende Zahlungseinstellung in Konkurs gerät. Wenn 
die Gläubiger später noch voll befriedigt werden sollten, so erleiden sie doch einen Schaden, 
da sie keine rechtzeitige und vertragsmäßige Erfüllung ihrer Forderung erlangen. Auf 
die Zahlungseinstellung oder die Konkurseröffnung brauchen die Handlungen, durch welche 
das Vertrauen der Gläubiger getäuscht wurde, nicht unmittelbar eingewirkt zu haben. 
Es genügt für die Bestrafung das Zusammentreffen von einer der beiden schadenbringenden 
Situationen mit jenen Handlungen. Tritt in letzteren nur Leichtsinn zu Tage, so liegt 
ein einfacher strafbarer Bankbruch vor (8 240 K. O.), erhellt aus ihnen die Absicht, die 
Gläubiger zu benachteiligen, so liegt betrügerischer Bankbruch vor (d 289 K. O.). 
Da die Begünstigung einzelner Gläubiger eine Benachteiligung der übrigen zur 
Folge hat, involviert auch sie einen Mißbrauch des in den Schuldner gesetzten Vertrauens 
und ist darum strafbar (F 241 K. O.). 
Die Teilnahme dritter Personen ist nach den allgemeinen Grundsätzen zu beurteilen. 
Einzelne im Interesse des Schuldners vorgenommene Handlungen GBeiseiteschaffen von 
Vermögensstücken, Vorbringen erdichteter Forderungen) sind aber zu Sonderdelikten er— 
hoben (8 242 K. O.). 
Als selbständiges Delikt erscheint auch der regelmäßig im Interesse des Schuldners 
erfolgende Stimmenkauf, durch den eine Abstimmung erzielt werden soll, wie sie wahr— 
icheinlich ohne denselben nicht zu stande gekommen wäre (8 248 K. O.). 
Der Schuldner hat im allgemeinen nicht die Pflicht, Antrag auf Konkurseröffnung 
zu stellen. Doch werden wegen nicht rechtzeitiger Stellung des Konkursantrages die 
Leiter und die Liquidatoren von einzelnen Erwerbsgesellschaften gestraft, so von Aktien— 
gesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien (F315 Abs. 2 H. G.B.), Erwerbs- und 
Wirtschaftsgenossenschaften (8 148 Nr. 2 Ges. vom 1. Mai 1889 bezw. 20. Mai 1898), 
Gesellschaften mit beschränkter Haftung (F 84 Ges. vom 20. April 1892 bezw. 20. Mai 
1898), Versicherungsgesellschaft auf Aktien u. deral. (K 109 Versicherungsgesetz vom 
12. Mai 1901). 
Zahlungseinstellung und Konkurseröffnung sind die Momente, an welche auch 
einzelne Delikte des Depotgesetzes vom 5. Juli 1896 anknüpfen. Dessen Bestimmungen 
dienen dem Schutz des aussonderungsberechtigten Deponenten von Wertpapieren. 
II. Verletzung anderer Rechte. Forderungsrechte sind die allgemeinsten, 
aber nicht die einzigen Rechte, in denen das Vermögen einer Person bestehen kann. 
Weitere Vermögensdelikte können an Okkuvations- und sog. Individualrechten begangen 
werden. 
1. Zu den Verbrechen gegen Okkupationsrechte gehört die unbefugte 
Jagdausübung (88 292 5298 St. G.B.). Die Tatsache des unbefugten Jagens macht 
schon allein strafbar. Es kommt nicht darauf an, daß der Täter die Absicht hatte, sich 
das Wild anzueignen. Demnach ist der Ausdruck „Wilddieberei“ irreführend und ijeden— 
falls dem pofitiven Recht gegenüber nicht entsprechend. 
Gleiche Grundsätze gelten von dem unberechtigten Fischen und Krebsen (88 296, 
2964, 370 Nr. 4 St. G. B.). 
2. Die Verbrechen gegen Individualrechte sind vor allem die Delikte, 
mit welchen das Urhebers und Erfinderrecht verletzt wird, wie unbefugter Nachdruck, Ver— 
breitung von Nachdruckexemplaren, unbefugte Aufführung von musikalischen oder dra— 
matischen Werken (Ges. betr. das Urheberrecht vom 19. Juni 1901), unbefugte Nach— 
bildung und Verbreitung von Photographien, Modellen u. s. w. (Ges. vom 9., 10. und 
11. Januar 1876), unbefugte Benutzung einer patentierten oder in die Gebrauchsmuster⸗ 
colle eingetragenen Erfindung (Patentgesetz vom 7. April 1891, Musterschutzgesetz vom 
4. Juni 18919, unbefugter Gebrauch von Fabrik- und Warenzeichen (Warenbezeichnungs⸗ 
zgesetz vom 12. Mai 1894), sowie die Vergehungen gegen das Verlaasrecht (Ges. vom 
19. Juni 1901).
	        

Download

Download

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Volume

METS METS (entire work) MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF EPUB DFG-Viewer Back to EconBiz
TOC

Chapter

PDF RIS

This page

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Volume

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Chapter

To quote this structural element, the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

This page

To quote this image the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Encyklopädie Der Rechtswissenschaft. Duncker & Humblot [u.a.], 1904.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

How many grams is a kilogram?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.