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Die Entwicklung der Weißgerberei

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Bibliographic data

fullscreen: Die Entwicklung der Weißgerberei

Monograph

Identifikator:
883887894
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6560
Document type:
Monograph
Author:
Ebert, Georg
Title:
Die Entwicklung der Weißgerberei
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
A. Deichert'sche Verlagsbuchhandlung
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XL, 408 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
2.Teil. Die Produktionsprinzipien
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Entwicklung der Weißgerberei
  • Title page
  • Contents
  • 1.Teil. Die Rohstoffe
  • 2.Teil. Die Produktionsprinzipien
  • 3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
  • 4.Teil. Die topographischen und hygienischen Verhältnisse der Weißgerberei
  • 5.Teil. Der Markt

Full text

108 
2. Die Gerbung mit öligen Stoffen, 
auch die Pflanzen in zwei Klaffen ein. 
„Zu der ersten Klaffe gehören die Pflanzen, welche zusammen 
ziehen, scharf und ohne Geruch sind, welche zwar wirkende, aber feste 
Grundteile geben". 
„Zur zweiten Klasse gehören die Pflanzen, welche flüchtige und 
geistige Teile besitzen und einen balsamischen und fettigen Anteil erhalten. 
Es sind weniger feste Teile in ihnen" x ). 
Für den, welcher mit dem naturwissenschaftlichen Sprachgebrauch 
jener Zeit bekannt ist, ist hier die Auffassung über das Wesen der Gerberei 
haarscharf präzisiert; weil indessen diese Auffassung vollkommen inner 
halb des hier dargelegten theoretischen Rahmens bleibt und nicht zur 
Bildung wichtiger Gerbeprozesse geführt hat, wollen wir uns hier damit 
begnügen, ausdrücklich zu konstatieren, daß die Gerberei hier in zwei 
scharf getrennte Kategorieen zerlegt ist. 
Schon Gleditsch hatte, vielleicht auf Grund von praktischen Ver 
suchen, darauf hingewiesen, daß die zweite Klasse von Pflanzen für 
die Gerberei doch weniger geeignet sei, man ließ daher in der Folge diese 
ganze zweite Gruppe von Pflanzen wieder fallen. Hertel sagt 1783 
„Überhaupt sind ihm (dem Rotgerber) alle Pflanzen und Gewächse 
brauchbar, welche einen scharf zusammenziehenden Geschmack haben 
z. B. Schlehen, Mispeln, Preißelbeeren, Meerrettich, usw."); man 
ging also jetzt wissenschaftlich rationell auf die Suche nach Gerbstoffen, 
wie man dies vor einigen Jahrtausenden nicht so klar bewußt vielleicht 
getan hatte, und das Ergebnis waren riesige Listen von Pflanzen, 
welche alle zum Gerben tauglich sein sollen, und auf deren eine ich 
eingangs hingewiesen habe (vgl. S. 73). 
Mit allen diesen Dingen war aber die physiologische Theorie nicht 
aufs höchste getrieben, noch nicht bis in die äußersten Konsequenzen 
verfolgt. Die Sämischgerbung stand ja noch außerhalb, und im Inter 
esse der Gleichheit wissenschaftlicher Grundanschauung galt es auch, die 
Verwendung der adstringierenden Stoffe in der Färberei in dem aus 
physiologischen Erwägungen gewonnenen Bilde zu erklären. Selbst der 
gelehrte und berühmte Beckmann vermochte sich nicht von jenem Bilde 
zu befreien, er vereinigte in seiner Person die Weltanschauung zweier 
Zeiten, und es mutet eigentümlich an, in der Ausgabe seine Technologie 
von 1794, welche ja doch schon den Geist der kommenden Entwicklung 
atmet, von den Galläpfeln zu lesen, daß sie eine Substanz enthalten, 
welche „im Geschmack und in vieler anderer Hinsicht eine Ähnlichkeit mit 
dem Alaun und anderen styptischen Salzen hat... Wegen dieser Eigen 
st Schauplatz 1766, Bd. V, S. 350. 
st Hertel 1783, Bd. I, S. 215.
	        

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Die Entwicklung Der Weißgerberei. A. Deichert’sche Verlagsbuchhandlung, 1913.
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