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Die Entwicklung der Weißgerberei

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Bibliographic data

fullscreen: Die Entwicklung der Weißgerberei

Monograph

Identifikator:
883887894
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6560
Document type:
Monograph
Author:
Ebert, Georg
Title:
Die Entwicklung der Weißgerberei
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
A. Deichert'sche Verlagsbuchhandlung
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XL, 408 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Entwicklung der Weißgerberei
  • Title page
  • Contents
  • 1.Teil. Die Rohstoffe
  • 2.Teil. Die Produktionsprinzipien
  • 3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
  • 4.Teil. Die topographischen und hygienischen Verhältnisse der Weißgerberei
  • 5.Teil. Der Markt

Full text

258 
innunge gegeben" x ); es ist aber fraglich, ob dieses Wort reseler in 
Beziehung zu unseren Rößlern zu setzen ist. Die Kasseler Sattler be 
haupteten 1655, daß es verschiedene Riemer gäbe, darunter auch 
„Rößler"^; die von Krünitz gegebene Etymologie ist so unzureichend, 
daß sie hier nicht aufgeführt werden kann°st; auch habe ich die dort 
angeführte Behauptung, wonach sich die Rößler der eingriffigen Messer 
statt der zweigriffigen Schabeeisen bedienten, nirgends bestätigt ge 
funden * 4 ). 
Der oben mit wenigen Beispielen angedeutete rege Briefwechsel 
zwischen den einzelnen Städten, welcher uns einen ziemlich genauen Ein 
blick in dieses interurbane eowinereium, wie wir es nennen können, 
gewährt, ließe sich natürlich durch zahlreiche weitere Schriftstücke illustrie 
ren; im Augsburger Archiv z. B. findet sich aus dem 18. Jahrhundert 
noch ein lebhafter Briefwechsel mit den Orten Ulm, Memmingen, Mindel- 
heim, Lauingen, Burghausen, Nürnberg, Weingarten, Biberach, Nörd-, 
lingen, Eychstädt, Eßlingen, Dillingen, Jnsbrugg, Franckfurth, Churpfälz. 
Neuburg, Regensburg, Onolzbach, Kaufbeuren, Friedberg 5 ). Aber mit 
diesem Briefwechsel allein ist die Regelung dieser zwischenstädtischen 
Angelegenheiten keineswegs erschöpft; diese interurbane Gemeinschaft, 
welche aus Grund des fortwährenden Gedankenaustausches allmählich 
lebhafter erwachsen und lebensvoller in das Bewußtsein eingetreten war, 
verlangte auch nach einer Art sichtbarer Repräsentation, und diese wird 
dargestellt durch das sog. „Große Handwerk der Weiß gerb er". 
Ein Frankfurter Schreiben von 1602 schlägt vor, daß bei Zweifeln 
zwischen Meister und Knechten die Meister in Frankfurt, Speier, Würz 
burg und Magdeburg beraten sollen, und was hier entschieden wird, solle 
verbindlich sein für beide Teile 6 ). Meist aber waren die Verhältnisse 
noch mehr zentralisiert; die Beratungen des ganzen Handwerks fanden 
häufig an einem einzigen Orte statt, und als solcher erwies sich be 
sonders Frankfurt am Main als zweckmäßig, weil dort die großen 
Messen stattfanden, zu welchen die Weißgerbermeister aus allen Teilen 
Deutschlands mit ihren Waren zusammenströmten; daher tagt das 
„Große Handwerk der Weißgerber zu Frankfurt am Main" gewöhnlich 
im Anschluß an die großen Messen, hier werden alle möglichen gemein 
samen Angelegenheiten besprochen und geregelt, und hierher kommen aus 
allen Teilen Deutschlands die klagenden Parteien, um vor dieser höchsten 
Instanz, welche ihnen allen die Verkörperung des momentanen Rechts- 
*) Geißenberger 1895, S. 1T0; Urf. im Leipziger Ratsarchiv; abgedr. bei 
Moser, Geschichte der Leipziger Schuhmacherinnung. 2 ) Plenge 1896, S. 484. 
») Krünitz 1795, LXVIII, S. 489, Sinnt. (**). 
4 ) Vgl. Jacobson 1782, Bd. IV, S. 629. °) Augsburg 1802. 
e j Würzburg 1602, S. 88 a.
	        

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Die Entwicklung Der Weißgerberei. A. Deichert’sche Verlagsbuchhandlung, 1913.
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