Kapitel I. Die Physiokraten.
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Sache, den Zusammensturz ihres Systems überdauert und neuerdings
ihre Auferstehung erlebt.
Bei dem Tableau der Einkommenverteilung haben wir nur von
drei Parteien gesprochen: den Grundbesitzern, den Pächtern und den
Handwerkern. Es gibt aber eine vierte, die zu jeder Zeit ihren
Teil erhoben hat, und die ihn auch im physiokratischen System ver
langt: der Herrscher, der Staat. Zweifelsohne ist der physiokratische
Staat, der gute Despot, dessen Bild wir eben in großen Umrissen
gezeichnet haben, nicht anspruchsvoll: da er nur wenig zu tun hat,
wird er nicht viel brauchen. Wir haben jedoch gesehen, daß er außer
seiner doppelten Aufgabe für die Sicherheit und den Unterricht zu
sorgen, noch wirkliche Grundvorschüsse für die In wert Setzung von
Ländereien durch öffentliche Arbeiten, besonders für Straßen*j zu
leisten hat. Hierfür braucht er Mittel, und die Physiokraten glauben,
daß man sie ihm reichlich bemessen muß 2 ), und nicht etwa lange ge
hässig mit ihm handeln darf, wie es die parlamentarische Regierungs-
lorm tut. Wo wird er sie aber hernehmen?
Die Antwort ergibt sich von selbst, wenn man das physiokratische
System kennt. Er kann sie nur vom „produit net“ nehmen, da dieser
einzigen wirklich neuen, wirklich verwendungsbereiten Wert dar-
ste Ht, denn der Rest wird notwendigerweise von der Rückzahlung
der Vorschüsse und von dem Unterhalt der industriellen und land
wirtschaftlichen Klassen aufgezehrt. Wenn nun die Steuern einen
d ' e il dieser Einkünfte, deren Verwendung unantastbar ist, aufbrauchen,
So Würde nach und nach die Quelle des Reichtums versiegen. Wenn
ab er i m Gegenteil nur der Überfluß, den der Reinertrag vorstellt,
genommen wird, und mit noch größerer Berechtigung, wenn nur ein
deil dieses Überflusses genommen wird, so kann die zukünftige Güter-
erzeugung in keiner Weise benachteiligt werden.
Das ist durchaus klar. Wo aber wird der Staat diesen Rein-
ortrag fassen? — Bei denen, die ihn erhalten, also bei den besitzenden
„ , . . _ daß die Landwirte, sei
b „Es genügt nicht, wenn man Ern en SP irtsc haftüng leisten, nnd daß die
es primäre, sei es jährliche Vorschüsse für dl ® , es gehören noch die aus der
Grundbesitzer die grundlegenden Vorschüsse S ri prrschers dazu“ (Baudkau,
ßegierungsautorität fließenden Vorschüsse des Herrs
. ., Cv, a vpri beschäftigt sei, als mit den für das
^ ” Daß die Re e ierun " weniger mit s P ar aucll se hr große Ausgaben können
Wohlergehen des Landes nötigen Operatione ,' fen s i c h rechtfertigen“ (Quesnat,
durch die Vermehrung der Güter, die sie he >
iaximes XXVII). . der Engländer, jedes Jahr die Summen,
„Es ist eine kleinliche und gehässige I J ellen ^ festzulegen und sich
, e man der Regierung freundhchst zur V ^ „ . . d as e j ne augenscheinliche
Recht der Steuerverweigerung vorzubehalten Es ist eine g
Demokratie“ (Dupokt, Brief an J.-B. Say, S. 41 ).