Einführung des Elektronmetalls auf das Doppelte gestiegen, die wir
nicht mehr erfüllen konnten. Um Karlshall mit der geringen Förderung
aufrechterhalten zu können, haben wir Steinsalz mit hingelegt. Aus
den Ausschüttungen werden die Abschreibungen gerade gedeckt, und es
wird uns die Möglichkeit gegeben, eine Belegschaft von ungefähr 80 bis
100 Leuten weiterhin beschäftigen zu können.
Sachverständiger Beil: Für die Vornahme von Stillegungen waren
in unserem Konzern allein maßgebend die Verhältnisse der Lagerstätten
unter Tage, also Gehalt an Reinkali, Gleichförmigkeit und Mächtig-
keit der Lagerstätte, horizontale oder steile Lagerung, leichtere oder
schwerere Verarbeitbarkeit des Rohsalzes zu Fabrikaten und Gehalt des
Rohsalzes an Kieserit. Die Vorkommen mit karnallitischem Salz, die
alle niedrigprozentig sind, ferner die wenig mächtigen, steilaufgerich-
teten Sylvinit- und Hartsalzwerke, aber auch einzelne mächtigere Hart-
salzvorkommen von steiler Lagerung verfielen restlos der Stillegung.
Die zur Stillegung führenden einzelnen Momente waren diejenigen,
die die Betriebskosten der betr. Werke nach oben ungünstig beeinflußten.
Auch dadurch, daß die Natur der Lagerstätte verhinderte, daß auf dem
betr. Werke eine namhafte Produktion erreicht werden konnte, wurden
Stillegungen veranlaßt. Die Rücksicht auf die Nebenproduktengewin-
nung und auf die Steinsalzgewinnung hat im allgemeinen in unserem
Konzern bei der Auswahl der stillzulegenden Schächte keine Rolle ge-
spielt. Nur für den speziellen Zweck der Gewinnung von Magnesium-
metall wird ein Karnallit von besonderer Reinheit, monatlich etwa
10000 dz, gefördert, und dafür ein Werk in ganz geringem Umfange
beschäftigt und aufrechterhalten. Über die wirtschaftliche Bedeutung
der Nebenprodukte bestehen in der Öffentlichkeit wohl übertriebene Vor-
stellungen. Brom, Bittersalz, Glaubersalz und Chlormagnesium machen
bei der deutschen Kaliindustrie nur rd. 12,5 Mill. Mark im Gesamtabsatz
aus, also etwa 8 % desselben.
Der Übergang zu größeren Fabrikeinheiten hat natürlich auch einen
gewissen Einfluß auf die Stillegung kleinerer, veralteter Betriebe aus-
geübt. Bei größeren Verwaltungseinheiten sinken die Verwaltungs-
kosten relativ und mit wachsendem Absatz auch der Lohnanteil. Vor
allen Dingen sind die Anlagekosten einer großen Fabrik relativ ge-
ringer als bei einer kleinen Fabrik. Außerdem ist es bei einer großen
Fabrik leichter möglich, die modernsten und vollkommensten Ein-
richtungen zu verwenden, unter Heranziehung eines Stabes qualifizierter
Angestellter. Für uns kam noch hinzu, daß wir umfangreiche, recht
gute Lagerstätten besitzen, die bis dahin noch nicht entsprechend aus-
gebeutet worden waren. Wir legten nun die Produktion auf diese Lager-
stätten und mußten neue Fabriken errichten. Dabei war die Frage zu
entscheiden: erstellen wir mehrere kleine Fabriken oder eine große
Fabrik? Wir entschieden uns für das letztere und machten uns von
dem alten Verfahren der Kaliindustrie frei. Dazu kam, daß wir eine
Reihe von Fabriken hatten, die durch Krieg und Inflation veraltet
waren. Es mußte daher einmal eine neue Fabrik errichtet werden; ein
Konzern kann nicht 15 Jahre hindurch ohne eine Verjüngung der An-
lagen auskommen. Durch die Rationalisierung sind wir zu leistungs-
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