704 > Schiffbau: Schiffsmaschinen.
Die Dampfverteilungsschieber sind beim Hochdruck- und Mitteldruckcylinder
meist Kolbenschieber, beim Niederdruckcylinder Flachschieber. Die Anordnung der
Dampfkanäle ist mit Bezug auf die Dampfgeschwindigkeit und Größe der schädlichen
Räume von großer Wichtigkeit. Die Lage der Schieber befindet sich entweder zwischen
den einzelnen Cylindern oder seitlich derselben und hängt von der Art der Schieber
steuerung ab. Die erstere Anordnung findet man bei der Umsteuerung von Stephenson,
welche bei Schiffsmaschinen am verbreitetsten ist. Die Umsteuerungen mit einem Exzenter
von Heusinger von Waldegg, Klug, Marshall nebst ihren Abarten beanspruchen wegen
der seitlichen Lage der Schieber weniger Raum für die Maschine der Länge nach. Die
Exzenter werden stets mit Weißmetall ausgegoffeu, um ein Warmlaufen zu verhindern.
Die Bewegung der Steuerung erfolgt bei größeren Maschinen durch eine besondere
Dampfmaschine, die Umstenerungsmaschine, welche meist nach dem System von Brown
mit hydraulischem Sperrcylinder konstruiert ist. Expansionsschieber für den Hochdruck
cylinder kommen nur selten zur Anwendung.
726. Kurbclwelle drs KchnrNbmnpfcrs „Kaiser Miltzrim brr Grosze".
Die Kurbelwelle der Schranbenschiffsmaschine wird meist aus geschmiedetem
Siemens-Martin-Stahl, für größere Maschinen aus Tiegelstahl gefertigt und wird für
kleinere Maschinen aus einem Stück geschmiedet; bei größeren Maschinen setzt man die
selben aus zwei bezw. drei gleichen Teilen zusammen, und die Wellen werden meist hohl
hergestellt, indem man dieselben nach dem Schmieden ausbohrt. Man spart hierdurch
an Gewicht und hat eine Kontrolle über die Beschaffenheit des Kernes der Welle.
Die Kurbelwellen für Raddampfmaschinen bestehen meistens aus zwei oder drei Teilen.
Bei Flußdampfern ist vielfach eine Entkuppelungsvorrichtung eingebaut, um die Manövrier
fähigkeit des Schiffes zu erhöhen, so daß jedes Schaufelrad selbständig und unabhängig
von dem anderen vorwärts oder rückwärts bewegt werden kann. An die Kurbelwelle
der Schraubenschiffsmaschine schließt sich die Drucklagerwelle an, welche mit Kämmen
versehen ist, die im Drucklager laufen und den Schub der Schraube durch die Schiffs
welle auf das Schiff übertragen. Die Schiffswelle besteht aus einzelnen Wellenenden,
welche im Wellentunnel in entsprechenden Traglagern geführt sind. Die hinterste Kuppelung
ist meist eine Muffenkuppelung, um das hinterste Wellenende, die sogenannte Schaftwelle,
nach hinten durch das sogenannte Stevenrohr herausziehen zu können. Die Schaftwelle
ist im Stevenrohr gelagert und trägt am hinteren Ende, fest aufgekeilt, die Schraube.