Mit der Verkaufabteilung sollte eine Kreditabteilung
verbunden werden, die Bezugscheine gegen 1 v. H. aus-
leihen sollte.
Flürscheim hat sich von der Einführung dieser Bezug-
scheine, die er Warengeld oder Tauschgeld nannte, einen
leichteren Güteraustausch und den größten Segen für alle
produktiven Stände versprochen. Er hat in unserer Zeit-
schrift in der nächsten Zeit mehrmals Aufsätze veröffent-
licht, in denen er über ähnliche Versuche in Amerika und
Frankreich berichtet hat. Er war von dieser Sache so ein-
genommen, daß die Bodenreform bei ihm ganz hinter der
Währungfrage zurücktrat und er die Bodenreform ein
Steckenpferd genannt hat, von dem er jahrelang nicht
herunter gekommen wäre. Seine Pläne haben aber bei
uns wenig Anklang gefunden.
Qun diese Zeit ist der erste Erfolg gefallen, den die Bo-
ÖHenreformer in ihrem vorgehen gegen das Konzesssion-
wesen und die Landschenkungen in den deutschen K ol o -
ni en zu verzeichnen hatten. Unsere Eingabe an den
Reichskanzler Fürst v. Hohenlohe vom 5. Januar 1895
war wie die am 11. Januar 1894 an seinen Vorgänger
gerichtete ganz ohne Wirkung geblieben. Auch die Kolo-
nialzeitungen hatten keine Notiz davon genommen.
Im Juli 1896 haben wir einen neuen, diesmal sehr
scharfen Vorstoß gegen das Spekulantentum in den Kolo-
nien unternommen. Unfere Zeitschrift Frei Land hat von
der Spitze ihrer Nummer 13/14 unter der überschrift „Ko-
lonialspekulanten“ einen Artikel gebracht, den ich ver-
faßt hatte. Ich habe darin gegen die Angriffe Stellung
genommen, die in den Tageszeitungen gegen einen un-
serer besten Männer in unseren Kolonien, den Gouver-
neur v. Wi ß m a n n, gerichtet worden waren.
Dieser hatte sich aufgrund der Erfahrungen, die er in
dem seiner Obhut anvertrautem Schutzgebiet gemacht
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