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C. G. Röder, G. m. b. H., Leipzig.
Notenstich, Notendruck, Steindruck, Lichtdruck, Buchbinderei,
Buchdruck, Stereotypie, Galvanoplastik.
1. DIE INVALIDEN- UND WITWENKASSE wurde bei der Feier des 25jährigen Ge
schäftsjubiläums vom damaligen Inhaber, Kommerzienrat Röder, und von Geschäftsfreunden
im Jahre 1873 gegründet. Durch die laufenden Beiträge der Firma und der einzelnen Mit
glieder, ebenso durch verschiedene Zuwendungen bei festlichen Gelegenheiten hat die Kasse
Ende 1912 die Höhe von 221 571,84 M. erreicht. Die Kasse hat den Zweck, Invaliden,
Witwen und Waisen Unterstützungen zu gewähren. Während die Beträge für Invaliden
und Witwen nach der Zeit der Mitgliedschaft zwischen 6 und 12 M. wöchentlich schwanken,
so wird für jede Waise bis zum Verlassen der Schule eine monatliche Beihilfe von 2 M.
gewährt. Bis Ende 1912 sind 285 168,70 M. Unterstützungen gezahlt worden.
Als Zuschußkasse zu obiger besteht bei der Firma seit dem Jahre 1896
2. DIE RENTSCH-WOLFF-STIFTUNG, die von den Inhabern der Firma bei dem 5ojäh-
rigen Geschäftsjubiläum errichtet wurde. Sie soll dann, wenn nach Lage der Verhältnisse
die Invaliden- und Witwenkasse unzureichend erscheint, eine weitere Beihilfe gewähren.
Ferner soll sie aber auch in besonderen Fällen der Not oder bei Krankheit mit dazu beitragen,
die Not zu lindern. Die Kasse wurde mit einem Kapital von 50 000 M. gegründet und hat
bis Ende 1912 28 762,03 M. an Unterstützungen gezahlt.
Einen ähnlichen Zweck verfolgt
3. DIE LEBERECHT HUGO WOLFF-STIFTUNG. Sie ist anläßlich seiner 40jährigen
Tätigkeit in der Firma von Herrn Kommerzienrat Wolff mit einem Kapital von 10 000 M.
gegründet worden. Am 9. Juni 1911, an seinem goldenen Ehejubiläum, erhöhte er das
Kapital auf 35000 M., und am 1. März 1913 anläßlich seines goldenen Geschäftsjubiläums
auf 50 000 M. Die Verwendung der Zinsen erfolgt ebenfalls in Fällen der Not und Krank
heit. Auch kann, wenn die Unterstützung der Invaliden- und Witwenkasse nicht ge
nügend erscheint oder nach den Bestimmungen der Satzungen nicht möglich ist, in den
dort genannten Fällen ein Zuschuß an Invaliden oder Witwen gewährt werden.
Anläßlich des 25. Badeaufenthalts in Karlsbad gründete 1909 Herr Kommerzienrat
Wolff-Röder
4. DIE WOLFF-RÖDER-STIFTUNG KARLSBAD. Er hinterlegte beim Stadtrat in
Karlsbad die Summe von xo 000 Kr. mit der Bestimmung, die Zinsen als Beihilfe an An
gehörige der Firma zu vergeben, die einer Kur in Karlsbad würdig und bedürftig sind. Die
Vergebung der Zinsen erfolgt durch die Firma.
5. DIE CARL REICHEL-STIFTUNG wurde von Herrn Kommerzienrat Reichel am Tage
seiner silbernen Hochzeit gegründet. Das Kapital beträgt 10 000 M. Die Zinsen der Stif
tung kommen in Fällen der Bedürftigkeit und Würdigkeit Beamten und Arbeitern zugute.
Zur Erinnerung an die goldene Hochzeit des Herrn Kommerzienrat Wolff-Röder stif
teten seine Kinder
6. DIE HUGO UND CLARA WOLFF-RÖDER GOLDENE HOCHZEITS-JUBILÄUMS
SPENDE, mit einem Kapital von 10 000 M. Die Zinsen sollen zur Aussteuer von unbeschol
tenen Arbeitern oder Arbeiterinnen, die sich verheiraten wollen, verwendet werden.