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Fritz Wolff, Malzfabrik, Erfurt.
Anläßlich des 25 jährigen Regierungsjubiläums Seiner Majestät des Kaisers errichtete
die Firma eine Stiftung im Betrage von 50 000 M.
Die Stiftung soll nicht Almosendienst verrichten, sondern die Gewährung
AUSSERORDENTLICHER UNTERSTÜTZUNGEN AN VERHEIRATETE TREUE AN
GESTELLTE UND ARBEITER der Firma Fritz Wolff zum Zweck haben.
Es sollen Unterstützungen gewährt werden in Fällen unverschuldeter Not, für Heilungs
zwecke, für Alterszuschüsse nach ununterbrochener Anstellungszeit von 20 Jahren und
darüber bei vollständiger Arbeitsunfähigkeit; in letzterem Falle kann nach dem Ableben
des Mannes der Fonds auch als Witwenunterstützung dienen.
Die Stiftung ist mit dem x. April 1913 in Kraft getreten.
Emolumente, welche bisher neben dem Wochenlohn als Zuschuß für Miete, mit Brenn
material und einer jährlich steigenden Prämie gewährt wurden, sind auf Wunsch der
Arbeiter durch Lohnerhöhung ersetzt worden, doch erhält jeder Mann, welcher die volle
Kampagne beendet, am Schluß derselben 40 M. extra.
BRAUSEBÄDER. In der Fabrik besteht seit langen Jahren eine Gelegenheit für
Brausebäder usw. — Um den Sparsinn zu erwecken, ist eine
FABRIKSPARKASSE eingerichtet, welche Einzahlungen von einer Mark an auf
nimmt und durch Sparprämien nebst Zinsen eine Verzinsung von 8—-10 % gewährt.
Zur Verbreitung guter Volksliteratur werden bei der wöchentlichen Lohnzahlung
ZWEI ZEITSCHRIFTEN, die bekannten „Feierstunden“ und „Deutscher Arbeiter
freund“, welche inWort und Bild über vaterländische Geschichte, die deutschen Kolonien usw.
berichten, unentgeltlich von der Arbeiterschaft gern entgegen genommen.
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