Württembergische Metallwarenfabrik, Geislingen.
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Der Ar beiter - Unterstützungsfonds wies am 1. Januar 1913 einen Kapital
bestand von 1 638 144,39 M. auf. Im Jahr 1912 wurden aus diesem Fonds bewilligt:
an fortlaufenden Unterstützungen 53 7°3>4° M.
an einmaligen Unterstützungen 9 832,43 ,,
Schauffler-Stiftung. Von den Erben des am 15. Oktober 1904 verstorbenen
Herrn Kommerzienrat Schauffler wurde ein Kapital von 20000 M. gestiftet, dessen
Zinsen — neben dem Arbeiter-Unterstützungsfonds — zur Unterstützung von Fabrik
angehörigen in Geislingen und Göppingen in Fällen besonderer Bedürftigkeit verwendet
werden.
Kapitalbestand am 1. Januar 1913 22 544 M.
RESERVISTEN-UNTERSTÜTZUNG. Den zu militärischen Übungen einberufenen
Arbeitern werden für die Dauer der Übungen Geldunterstützungen nach folgenden Normen
gewährt:
Ledige Arbeiter, welche mindestens seit 1 Jahr ununterbrochen in der Fabrik be
schäftigt sind, erhalten 50 Pf. für den Ubungstag. Verheirateten Arbeitern, die min
destens seit einem halben Jahr ununterbrochen der Fabrik angehören, wird die vom Reich
gewährte Familienunterstützung, welche täglich für die Ehefrau 30 % und für jedes Kind
unter 15 Jahren 10%, insgesamt jedoch höchstens 60% des ortsüblichen Tagelohns
(in Geislingen 2,80 M.) beträgt, in 4 Abstufungen derart ergänzt, daß im Gesamtergebnis
eine Frau ohne Kinder 70 %, eine Frau mit 1 Kind 80 %, eine Frau mit 2 Kindern 90 %
und eine Frau mit 3 oder mehr Kindern 100% des Tagesverdienstes des Mannes er
hält. Familienväter mit 3 oder mehr Kindern sind hiernach für den durch eine Übung
erlittenen Verdienstausfall voll entschädigt.
Beispiel: Ein verheirateter Reservist mit 2 Kindern und 4,50 M. Tagesverdienst
erhält pro Übungstag:
a) Reichsunterstützung: 50% des ortsüblichen Tagelohns (in Geislingen
2,80 M.) 1,40 M.
b) Unterstützung W. M. F.: den Betrag, der zur Ergänzung auf 90 % des
Tagesverdienstes = 4,05 M. erforderlich ist, also 2,65 ,,
4,05 M.
Die Unterstützung der Firma wird auch für die Sonn- und Festtage gewährt. Die
Auszahlung erfolgt regelmäßig nach Beendigung der Übung. Bei Verheirateten wird den
Angehörigen auf Ansuchen die Hälfte der Unterstützung schon während der Übung aus
bezahlt.
Ausgabe 19x2: 3303,84 M.
FABRIKSPARKASSE. Zur Zurücklegung eines Notpfennigs für Zeiten der Bedürftig
keit ist dadurch Gelegenheit gegeben, daß jeder Fabrikangehörige das Recht hat, an den
Zahltagen Einlagen auf seinen oder seiner Angehörigen Namen in der Fabriksparkasse
zu machen. Die Einlagen werden von der Firma zu 5 % verzinst.
Im Jahr 1912 betrugen:
die Einlagen 116 147,05 M.
die Entnahmen 207 912,91 ,,
Stand der Sparkasse am 31. Dezember 19x2 einschließlich der
Zinsen 444 390,61 ,,
GESUNDHEITSFÜRSORGE. Unter den Einrichtungen für Gesundheitsfürsorge ist
in erster Reihe hervorzuheben die Siegle - Stiftung.
Der im Jahr 1905 verstorbene Herr Geh. Kommerzienrat Dr. G. von Siegle, lang
jähriger Vorsitzender des Aufsichtsrats der Aktiengesellschaft, stiftete am 1. Januar 1895
ein Kapital von 60000 M., dessen Zinserträgnisse zur Unterstützung erholungsbe
dürftiger Fabrikangehöriger bestimmt sind.