Württembergische Metallwarenfabrik, Geislingen.
425*
Beamten- und Arbeiterwohnungen.
Geislingen, zu Anfang der 1880er Jahre, geltend. Damals wurde denn auch schon eine
Anzahl von Wohnhäusern von der Fabrik gebaut. Auch späterhin wurde nicht außer
acht gelassen, daß für die Angestellten und Arbeiter ein zweckmäßiges und behagliches
Heim eine Grundbedingung für geordnete Verhältnisse ist. Doch war für ein Eingreifen
der Fabrik in größerem Umfang auf diesem Gebiet ein dringendes Bedürfnis später nicht
mehr gegeben, da ein großer Teil der Arbeiter in den benachbarten Orten von Geislingen
unter nicht ungünstigen Bedingungen angesiedelt ist und eine erhebliche Zahl in der Lage
war, insbesondere in dem nahe gelegenen Altenstadt teils eigene Häuschen mit Garten
ländern zu erwerben, teils geeignete Mietwohnungen zu angemessenen Preisen zu finden.
Immerhin besitzt die Württ. Metallwarenfabrik 17 Wohnhäuser mit 110 Wohnungen,
die an Angestellte und Arbeiter vermietet werden.
Der jährliche Mietpreis für Arbeiterwohnungen beträgt bei Wohnungen mit 2 Zimmern
und den erforderlichen Nebengelassen je nach Größe und Lage 118—150 M., für Wohnungen
mit 3 Zimmern usw. 150—210 M. Die Miete wird von den Arbeitern 14 tägig entrichtet,
d. h. am Zahltag verrechnet, was von den Beteiligten als sehr zweckmäßig empfunden wird.
Mit den Wohnungen werden regelmäßig entsprechende Gartenländer zum An
pflanzen von Gemüse, Kartoffeln u. dgl. vermietet. Außerdem verpachtet die Fabrik auch
an Angehörige, welche nicht in Fabrikwohnungen sind, von dem ihr gehörigen Grund
besitz in Geislingen und Altenstadt kleinere Länderstücke zu einem sehr mäßigen Pacht
zins. Der letztere wird für ein Gartenland von ca. 50 qm auf 1 M. im Jahr bemessen.
Die Zahl der Pächter von Gartenländern beträgt zurzeit in Geislingen 90, in Alten
stadt 427, zusammen 517.
LEBENSMITTELBESCHAFFUNG. Fabrikwirtschaft und Speiseanstalt. In
dem im Jahr 1906 erstellten Jugendheimgebäude wird eine Fabrikwirtschaft für Rechnung