10 Alexanderwerk A. von der Nahmer,
Akt.-Ges., Remscheid.
Eisengießerei, Maschinenfabrik, Emaillierwerk.
Zweiggeschäfte: Berlin, London, Moskau, Charkow.
Gegründet 1885. Aktienkapital 5 000 000 M.
Anzahl der Beamten und Arbeiter Ende 1912 etwa 2000.
ARBEITERUNTERSTÜTZUNGSKASSE. Diese Kasse besteht seit 1885, dem Grün
dungsjahr der Firma. Ihre Mittel dienen dem Zwecke, Arbeitern des Werkes im Falle
der Bedürftigkeit bzw. in unverschuldeten Notlagen bare Unterstützungen zu gewähren.
Des weiteren werden aus der Kasse die Kosten für die von der Firma geschaffene Ein
richtung der Wöchnerinnenpflege bestritten und bei militärischen Übungen der
verheirateten Arbeiter an deren Familienangehörige Unterstützungen in Höhe des satzungs
gemäßen Krankengeldes gezahlt (in der höchsten Lohnklasse 14,40 M. wöchentlich). Kranke
und erholungsbedürftige Arbeiter, namentlich solche, die aus einer Heilanstalt entlassen
sind, erhalten Milch oder Lebensmittel, um den Erfolg der Kur nachhaltiger zu gestalten.
Die Wöchnerinnenpflege verdankt ihre Entstehung der Erwägung, daß eine Fülle
von Not und Elend in Arbeiterfamilien der Tatsache entspringt, daß die Wöchnerinnen
das Wochenbett meist vorzeitig verlassen müssen, um noch zu schwach und ungekräftigt,
die Haushaltsgeschäfte wieder aufzunehmen. Die Pflegerin wird auf Wunsch während
der ersten xo Tage nach der Entbindung gestellt. Sie hat den Haushalt und die Kinder
zu besorgen, so daß die Wöchnerin, sich die erforderliche Ruhe gönnen kann. Bei Ar
beitern, die mindestens ein Jahr bei der Firma tätig sind, übernimmt die Unterstützungs
kasse die Kosten für die Pflegerin in voller Höhe, während die übrigen Arbeiter einen in
jedem Falle besonders zu bemessenden Teil der Kosten zu tragen haben.
Der Bestand der Kasse, in die außer den Zuwendungen der Firma die gemäß den Be
stimmungen der Arbeitsordnung erhobenen Strafgelder fließen, betrug zu Beginn des Ge
schäftsjahres 1912/13, am 1. Juli 19x2: 28785,46 M. Verausgabt wurden 1908: 2898,95 M.,
1909: 1798,95 M., 1910: 1913,75 M., 1911: 2130,40 M. und 1912: 2397,27 M.
WOHLFAHRTSKASSE. Die Wohlfahrtskasse dient namentlich zur Unterstützung
solcher Arbeiter und Beamten, bei denen infolge von langwierigen Krankheiten eine Unter
stützungspflicht der Krankenkasse satzungsgemäß nicht mehr in Frage kommt. Die Kasse
leistet Zuschüsse zu Kuren in Badeorten und Heilanstalten an kranke Beamte und Arbeiter,
sowie an ihre kranken Familienangehörigen; aus ihren Mitteln werden ferner würdige
und bedürftige Arbeiter mit Weihnachtsgeschenken bedacht (1908: 595, 1909: 835, 1910:
690, 1911: 870, 1912: 1028 M.). Auch tritt die Kasse bei unverschuldeten Notlagen ein,
die Unterstützungen in größeren Beträgen erheischen, da die Arbeiterunterstützungs
kasse Unterstützungen naturgemäß nur in eng begrenzter Höhe gewähren kann.
Die im Jahre 1899 begründete Wohlfahrtskasse, die lediglich aus Zuwendungen der
Firma unterhalten wird, hatte am 1. Juli 1912 einen Bestand von 39 292,08 M., er erhöhte
sich durch Überweisung von 25 000 M. aus dem Reingewinn des Geschäftsjahres 1911/12
auf 64 292,08 M. Die Ausgaben beliefen sich 1908/09 auf 5932,48 M., 1909/10 auf 3046,43 M.,
1910/11 auf 4146,80 M. und 1911/12 auf 7006,34 M.
Zur Mitwirkung bei der Durchführung der Arbeiten der Wohlfahrtsabteilung ist seit
Anfang Dezember 1911 eine Kaiserswerther Schwester verpflichtet worden. Durch
regelmäßigen Verkehr mit den Familien der Arbeiterschaft ist die Schwester in der Lage,
der Wohlfahrtsabteilung Vorschläge zu unterbreiten, wie in jedem einzelnen Falle vor
handene Not am zweckmäßigsten gelindert werden kann.
SPARKASSE. Im Jahre 1896 wurde durch entsprechende Bestimmungen der Arbeits-