Object: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Butter und Butterschmalz. 
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Fetten beim Vermischen vor der weiteren Fabrikation so viel Sesamöl von be 
stimmten Eigenschaften (vergl. unten S. 571) zugesetzt werden muß, daß in 
100 Gewichtsteilen der angewendeten Fette und öle mindestens 10 Gewichtsteile 
Sesamöl enthalten sind, so kann die Prüfung auf Sesamöl auch zur Erkennung von 
vorschriftsmäßig hergestellter deutscher Margarine im Butterfett dienen; dieselbe 
wird nach der amtlichen Anweisung vom 1. April 1898 zum oben genannten Gesetz 
in folgender Weise ausgeführt: 
a) „Wenn keine Farbstoffe vorhanden sind, die sich mit Salzsäure 
rot färben, 1 ) so werden 6 ccm geschmolzenes Butterfett mit 0,1 ccm einer alkoholischen 
Furfurollösung (1 Raumteil farbloses Furfurol in 100 Raumteilen absoluten Alkohols 
gelöst) und mit 10 ccm Salzsäure vom spezifischen Gewicht 1,19 mindestens 
1 / 2 Minute lang kräftig geschüttelt. Wenn die am Boden sich abscheidende Salz 
säure eine nicht alsbald verschwindende deutliche Rotfärbung zeigt, so ist die 
Gegenwart von Sesamöl nachgewiesen. 
ß) Wenn Farbstoffe vorhanden sind, die durch Salzsäure rot gefärbt 
werden, so schüttelt man 10 ccm geschmolzenes Butterfett in einem kleinen 
zylindrischen Scheidetrichter mit 10 ccm Salzsäure vom spezifischen Gewicht 1,125 
etwa 1 j 2 Minute lang. Die unten sich ansammelnde rotgefärbte Salzsäureschicht 
läßt man abfließen, fügt zu dem in dem Scheidetriohter enthaltenen geschmolzenen 
Fette nochmals 10 ccm Salzsäure vom spezifischen Gewicht 1,125 und schüttelt 
wiederum x / 2 Minute lang. Ist die sich absoheidende Salzsäure noch rot gefärbt, 
so läßt man sie abfließen und wiederholt die Behandlung des geschmolzenen Fettes 
mit Salzsäure vom spezifischen Gewicht 1,125, bis letztere nicht mehr rot gefärbt 
wird. Man läßt alsdann die Salzsäure abfließen und prüft 5 com des so behandelten 
geschmolzenen Butterfettes nach dem unter a beschriebenen Verfahren auf Sesamöi. 
diesen Versuchen verwende man keine höhere Temperatur, als zur Erhaltung 
des Fettes in geschmolzenem Zustande notwendig ist.“ 
Über die Soltsiensche Zinnchlorür-Reaktion auf Sesamöl vergl. unten 
S. 586. 
d) Zum Nachweise von Baumwollsamenöl dient die Halphensche 
Reaktion, vergl. unten S. 587. 
e) Nachweis von Kokosfett. Nachdem die Verfälschung der Butter mit 
Kokosfett in den letzten Jahren einen größeren Umfang angenommen hat, sind eine 
Reihe von Verfahren zum Nachweise dieses Fettes im Butterfett veröffentlicht 
worden. Diese Verfahren beruhen durchweg auf der Tatsache, daß das Kokosfett 
eine weit geringere Menge flüchtiger und in Wasser löslicher Fettsäuren (Butter 
säure), dagegen eine größere Menge flüchtiger und in Wasser unlöslicher Fett 
säuren (Kapron-, Kapryl- und Kaprinsäure) enthält, als das Butterfett. 
Wir beschränken uns darauf, hier das Verfahren von E. Polenske ) 
zn beschreiben, und verweisen hinsichtlich der zahlreichen übrigen \ erfahren, von 
denen das von A. Müntz und H. Coudon 8 ) beschriebene dem Polenskeschen 
ö Zum Nachweise dieser Farbstoffe werden 2-3 g Butterfett in 6 ccm Äther gelöst 
und die Lösung in einem Probierröhrchen mit 5 ccm konzentrierter Salzsäure vom spezifischen 
Gewicht 1,125 kräftig geschüttelt. Bei Gegenwart gewisser Azofarbstoffe färbt sich die 
unten sich absetzende Salzsäureschicht deutlich rot. * 
a ) Arb. a. d. Kaiser!. Gesundh.-Amte 1904, 20, 545; auch Zeitschr. f. Untersuchung 
d. Nahrungs- u. Qenußmittel 1904, 7, 273. , 
3 ) Revue General du Lait 1904, 3, 362; Zeitschr. f. Untersuchung d. Nahrungs- 
u. Genußmittel 1905, 9, 41.
	        
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