Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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der  Gedingeschlepper  auf  6,40  Mk,,  der  übrigen  erwachsenen
Schlepper  auf  4,80  Mk,,  der  erwachsenen  Reparaturarbeiter
(Verbauer)  auf  7,20  Mk.,  der  anderen  Verbauer  auf  6  Mk.,
der  Obertagsarbeiter  (erwachsene  und  jugendliche  zusammen)
auf  4,40  Mk.
.  Vergleichen  wir  nun  die  Löhne  in  Holland  und  in  Ihrem
Vereinsgebiete,  so  stellt  sich  schon  ein  bedeutender  Unterschied
heraus,  auch  wenn  wir  annehmen,  daß  inzwischen  der  Durchschnittslohn, ­
  beispielsweise  der  „eigentlichen  Bergarbeiter"  (d.  h.
der  Gedingehauer  und  Schlepper)  in  Ihrem  Vereinsgebiet  auf
etwa  6  Mk.  gestiegen  sein  sollte.  Hier  der  Vergleich,  wobei  der
jetzige  Geldwert  zu  Grunde  gelegt  sei:
Im  Wnrmqevict  In  Holland
Hauer,  Lehrhauer  und  Schlepper  6  Mk.  7,20  Mk,
Daß  ein  solcher  Lohnunterschied  zwischen  zwei  engbenachbarten ­
  Gebieten  mit  ziemlich  gleichen  Gewinnungsbedingungen
keinen  günstigen  Einfluß  auf  die  Stimmung  der  diesseitigen
Arbeiter  haben  kann,  liegt  ebenfalls  klar  zutage.  Man  muß
aber  auch  außerdem  in  Betracht  ziehen,  daß,  obgleich  auch  in
Holland  die  Lebenshaltung  sehr  verteuert  ist,  doch  dort  immer
noch  die  wichtigsten  Lebensmittel,  namentlich  die  Fett-  und
Fleischwaren,  bedeutend  billiger  als  im  diesseitigen  Bezirke  sind.
Dadurch  wird  der  Lohnunterschied  noch  wesentlich  erhöht  zu  ungunften
  der  Arbeiter  in  Ihrem  Vereinsgebiete.
Wenn  wir  also  beantragen,  die  Löhne  allgemein  um  l0  bis
20  Prozent  zu  erhöhen  und  dringend  ersuchen,  namentlich  die
erwachsenen  Vollarbeiter,  die  Familienernährer  sind,  nicht  unter
7  Mk.  pro  Schicht  zu  entlohnen,  so  wiirde  die  vollständige  Berücksichtigung ­
  unseres  Antrages  nicht  einmal  ganz  den  nominellen ­
  Lohnunterschied  zwischen  den  holländischen  und  den  Bergleuten ­
  in  Ihrem  Vercinsgebiet  ausgleichen.  Der  Unterschied
der  Lebensmittelpreise  wäre  damit  noch  nicht  ausgeglichen,  ebenfalls ­
  noch  längst  nicht  die  vorhin  angegebene  Erhöhung  der
Ernährungskosten.
Da  die  Bergwerksindustrie  sich  jetzt  einer  selten  starken  Nachfrage ­
  nach  ihren  Förderungsprodukten  erfreut,  infolgedessen
die  Verkaufspreise  erheblich  gestiegen  sind  und  einen  beträchtlichen ­
  Betriebsgewinn  gestatten,  glauben  wir  im  Interesse  der
tatsächlich  notleidenden  Bergarbeiter  und  ihrer  Familien  auf
eine  Berücksichtigung  unseres  Antrages  rechnen  zu  dürfen  und
sehen  einer  gefälligen  zusagenden  Antwort  entgegen.
Mit  hochachtungsvollem  Glückauf!
(folgen  Unterschriften.)
»  !ü  -!-
            
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