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Darauf ging vom Zechenverband folgende Antwort ein:
Zechen-Verband. Essen-Ruhr, den 2. Dezember 1915.
An den Gewerkverein christlicher Bergarbeiter Deutschlands,
z. H. des Herrn Vogelfang,
Essen, Schützenbahn 64.
In unserer Antwort auf die Eingabe vom 26. März hatten wir
gegenüber dem darin gegebenen Hinweis auf die amtliche Lohnstatistik,
die für das letzte Vierteljahr 1914 im Vergleich mit dem 2. Vierteljahr
einen Lohnrückgang von 19 Pf. erkennen lasse, darauf aufmerkfam
gemacht, daß die durch den Krieg hervorgerufene Verschiebung in
der Zusammensetzung der Belegschaften keine Berücksichtigung gefunden
habe, weshalb die schon vor Wochen eingetretene und ununterbrochen
fortgeschrittene Erhöhung der Löhne nicht zahlenmäßig zum Ausdruck
gekommen sei.
Wir stellten damals auch in Aussicht, den Nachweis zu erbringen,
daß für die amtliche Lohnübersicht vom 2. Vierteljahr 1914 ab jede
Vergleichsfähigkeit mit dem in der Zeit vor Ausbruch des Krieges ermittelten
Durchschnittslöhnen verloren gegangen sei. Die überaus zeitraubenden
Ermittelungen, die bei dem gegenwärtigen Mangel an Beamten
nur schwer durchführbar gewesen wären, sind indes wieder eingestellt
worden, da inzwischen der Herr Handelsminister selbst unsere
Auffassung von dem Vergleichswert der Lohnstatistik vor und nach Ausbruch
des Krieges bestätigt hat.
Die amtliche Nachweisung der in den Hauptbergbaubezirken Preußens
im 1. Vierteljahr 1915 verdienten Bergarbeiterlöhne (veröffentlicht
im „Königlich Preußischen Staatsanzeiger" vom 14. Oktober d. I.)
wird mit folgender Bemerkung eingeleitet:
„Bei der Würdigung der nachfolgenden Lohnzahlen darf, worauf
ausdrücklich hingewiesen werden muß, nicht übersehen werden, daß
die Zusammensetzung der Gesamtbelegschaft unter dem Einfluß des
herrschenden Krieges eine nicht unerhebliche Verschiebung gegen die
Zeit vor Kriegsbeginn erfahren hat. Die tüchtigsten und bestgelohnten
Arbeiter der I. Lohnklasse (unterirdisch beschäftigte, eigentliche
Bergarbeiter) sind zum großen Teil zum Heeresdienst eingezogen.
Dadurch ist das Prozentverhältnis ihrer Zahl zur Gesamtbelegschaft
schon merklich gegen früher verändert. Ferner sind an ihre Stelle
Schlepper und Wagenstöher getreten. Die Verwendung jugendlicher
und weiblicher Arbeiter hat erheblich zugenommen. Ungelernte Arbeiter
sind in großer Zahl eingestellt worden, in Oberschlesien allein
über 10 006 russisch-polnische Arbeiter. Infolge der geringeren Leistungsfähigkeit
der Belegschaft stellt sich der Durchschnitt der Löhne
niedriger, als er sich.für Arbeiter mit normaler Leistungsfähigkeit
ergeben würde."
In welchem Maße aber die durch den Krieg bedingte Verschiebung
in der Zusammensetzung der Belegschaften das Ergebnis der amtlichen
Lohnstatistik beeinträchtigt hat, ergibt nachstehende, die sämtlichen
Schachtanlagen der Harpener Bergbau-Aktiengesellschaft umfassende
Lohnnachweisung, der einmal der Schichtverdienst der Gesamtbelegschaft,
zum andern der Schichtverdienst des Teils der Gesamtbelegfchaft,
der vom Juli 1914 bis März 1916 auf den Zechen dieser Gefellschaft
beschäftigt gewesen ist, zugrunde liegt.