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Der Durchschnitts-Schichtverdienst
(abzüglich Arbeitskosten)
der Gesaintbelegschaft
betrug
des Teiles der Gesamtbelegschaft,
der Juli 1914 und noch März 191&
beschäftigt mar, betrug
Juli 1914 8,40 Mk.
März 1915 5,36
Unterschied weniger 4 Pf.
mehr 36 Pf.
Aus diesen Zahlen, die das Durchschnittsergebnis der sämtlichen
22 Schachtanlagen der Harpener Bergbau-Aktiengesellschaft bringen,
ergibt sich, daß sich bei einem Rückgang des Schichtverdienstes der Ge
samtbelegschaft von 5,40 auf 5,36 Mk.. also um 4 Pf., der durchschnitt
liche Schichtverdienst derjenigen Belegschaftsmitglieder, die vom Juli
1914 bis März 1915 auf den Zechen der Harpener Bergbau-Aktien
gesellschaft noch beschäftigt waren, von 5,21 auf 5,57 Mk., also um
36 Pf. erhöht hat.
Ende Juli 1914 belief sich die Gesamtbelegschaft der Harpener
Bergbau-Aktiengesellschaft auf 31770 Mann. Von diesen waren bis
zum März 1915 10 410 Mann zu den Fahnen einberufen. Anfang
April hatte aber die Gesamtbelegschaft dieser Gesellschaft durch Ein
stellung neuer Arbeitskräfte, namentlich vieler jugendlicher Arbeiter,
wieder eine Stärke von 23 900 Mann erreicht, von denen 21 360 Mann
jenen Teil der Belegschaft ausmachen, für den in obiger Nachweisung
die Löhne für Juli 1914 und März 1916 nachgewiesen sind. Für diese
21 360 Mann - 89 Prozent der im März vorhandenen Gesamtbeleg
schaft ist somit eine Lohnerhöhung von 86 Pf., d. i. annähernd der
Betrag der in der Eingabe vom 26. März d. I. für unverheiratete
beantragten Teuerungszulage — in der Lohnstatistik überhaupt nicht
zum Ausdruck gekommen. Bei der Größe der Gesellschaft und der
Lage ihrer verschiedenen Zechen kann aus dem Ergebnis dieser rech
nerischen Ermittelung ohne weiteres der gleiche Rückschluß auf die
Lohnverhältnisse der übrigen Belegschaften gezogen werden.
Die amtliche Statistik nach Ausbruch des Krieges gibt also ein
unrichtiges Bild von dem tatsächlichen Lohnstand. Es ist deshalb auch
nicht angängig, die in der Zeit nach Kriegsbeginn ermittelte Lohn
höhe mit den Durchschnittslöhnen vor Kriegsbeginn zu vergleichen und
Folgerungen aus dieser Gegenüberstellung zu ziehen, wie es in der
Eingabe vom. 6. November geschehen ist.
Einen praktisch brauchbaren Wert für die Beurteilung der Lohn
verhältnisse der Belegschaften können nur die nach Kriegsausbruch
ermittelten Lohnstandzahlen haben, wenn man sie unter Berücksichtigung
ihrer auch amtlich zugegebenen, rechnerisch nicht richtig ermittelten
Höhe betrachtet.
Die inzwischen auch für das 3. Vierteljahr 1916 veröffentlichte
amtliche Lohnstatistik weist einen Durchschnittslohn von 5,62 Mk. für
die Gesamtbelegschaft und einen Durchschnittslohn von 7,04 für die
unterirdisch beschäftigten Bergarbeiter nach. Mit diesen Lohnsätzen
sind die Durchschnittslöhne des 1. Vierteljahrs bei der Gesamtbeleg
schaft um 0,44 Mk. und bei der Klasse der Kohlenhauer um 0,68 Mk.,
also in beiden Fällen um rund 10 Prozent überholt worden; gegen
über den Durchschnittslöhnen des 2. Vierteljahrs zeigt sich eine Stei
gerung von 0,23 bezw. 0,88 Mk. oder von rund 5 Prozent. Die Hälfte