Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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Abschrift.  Münster  i.  W„  den  12.  Juli  1916.
An  Herrn  Fr.  Husem,  an  n,  II.  Vorsitzender  des  Verbandes
der  Bergarbeiter  Deutschlands,  Bochum.
Sehr  geehrter  Herr!
Für  die  gefälligen  Mitteilungen  vom  19.  Juli  d.  I.  spreche  ich
meinen  Dank  aus  und  teile  Ihnen  ergebenst  mit,  daß  eine  Prüfung  der
vorgebrachten  Beschwerden  veranlaßt  wird.
Mit  Hochachtung!
gez.  Meineke,  Oberleutnant  beim  ftellvertr.  Generalkommando
des  7.  Armeekorps.

Bochum,  den  17.  Juli  1916.
Herrn  Oberleutnant  Meineke,  Münster.
Sehr  geehrter  Herr  Oberleutnant!
In  der  Konferenz  in  Düsseldorf  am  9.  d.  Mts.  richteten  Sie
an  mich  die  Bitte,  Ihnen  die  Beschwerden  der  Bergarbeiter  über
die  Verteilung  von  Brot,  Mehl  usw.  zu  unterbreiten.  Diesem
Wunsche  bin  ich  ia  bereits  am  10.  d.  Mts.  in  einem  längeren
Schreiben  nachgekommen.  Sie  haben  mir  dann  am  12.  d.  M.
mitgeteilt,  daß  die  Beschwerden  einer  Prüfung  unterzogen
würden,  und  spreche  ich  Ihnen  für  diese  Zusage  meinen  verbindlichsten ­
  Dank  aus.  Gleichzeitig  benutze  ich  diese  Gelegenheit,
um  Ihnen  nachstehend  weitere  Beschwerden,  die  in  einer  am
gestrigen  Sonntag  in  Oberhausen  stattgefundenen  Konferenz
unseres  Verbandes  vorgetragen  wurden,  zu  unterbreiten.  Ich
habe  den  beschwerdeführenden  Bergleuten  gesagt,  daß  es  nicht
leicht  sei,  die  ungeheuer  schwierige  Frage  der  Volksernährung
glatt  zu  erledigen.  Beschwerden  würden  aber  immer  vorkommen.
  Auf  jeden  Fall  würde  ich  die  Beschwerden  weitergeben
und  dürften  Sie  versichert  sein,  daß  berechtigten  Beschwerden
abgeholfen  würde.
Bevor  ich  nun  die  einzelnen  Beschwerden  aufführe,  möchte
ich  bemerken,  daß  die  Beschwerden  zechenweise  vorgetragen
wurden  und  gebe  ich  nachstehend  auch  jedesmal  den  Namen  der
betreffenden  Zeche  mit  an.
Von  der  Zeche  Westende  in  Duisburg-Meiderich  wurde  mitgeteilt, ­
  daß  die  neuen  Zusatzmarken  überhaupt  noch  nicht  zur
Ausgabe  gelangt  sind.  Ueber  die  Ausgabe  der  Zusatzmarken
beim  Verfahren  von  Ueberschichten  wurde  darüber  geklagt,  daß
solche  Bergleute,  die,  nachdem  sie  in  der  Woche  sechs  Schichten
verfahren  hätten  und  dann  am  Samstag  abend  eine  Nebenschicht ­
  machten,  keine  Zusatzbrotkarte  bekämen.  Die  Nebenschicht
würde  nicht  als  Ueberschicht  gerechnet.  In  Wirklichkeit  ist  es
ater  doch  eine  solche  und  steht  den  Bergleuten  doch  für  jede  halbe
            
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