Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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Verfahrene  Ueber-  bezw.  Nebenschicht  eine  Zusatzkarte  von  250
Gramm  Brot  zu.  Ferner  wurde  mitgeteilt,  daß  die  Reparaturschlosser, ­
  die  im  unterirdischen  Bergbau  beschäftigt  sind  und  sehr
oft  jeden  Tag  1—3  Stunden  überarbeiten  müssen,  bei  der  Ausgabe ­
  der  Zusatzkarten  benachteiligt  würden.  So  habe  z.  B.  ein
Reparaturschlosscr  in  einer  Woche  durch  diese  stundenweise
Ueberarbeit  außer  den  regelmäßigen  sechs  schichten  noch  drei
Ueberschichten  gemacht.  Er  habe  aber  nur  für  eine  Ueberschicht
eine  Zusatzbrvtkarte  von  600  Gramm  erhalten.
Tie  Vertreter  der  Zeche  Sterkrade  teilten  mit,  daß  nur  diejenigen ­
  Bergleute  die  neuen  Zusatzkarten  erhalten  hatten,  die
in  Sterkrade  und  Holten  wohnen.  Der  Bergmann  Wilhelm
Tielke  in  Oberhausen,  Parallelstraße  101  wohnhaft,  hat  seine
Frau  mit  einem  Schein  zum  Lebensmittelamt  der  Stadt  Oberhausen ­
  gesandt,  um  dort  die  Zusatzkarten  in  Empfang  zu  nehmen.
Die  Frau  wurde  aber  abgewiesen.
Auch  auf  dieser  Zeche  werden  für  Ueber-  oder  Nebenschichten
(die  Samstagabends  verfahren  werden)  keine  Zusatzkarten  für
Ueberschichten  ausgegeben.
Auf  den  Deutscher  Kaiserschächten  ist  die  Ausgabe  der  neuen
Zusatzmengen  auch  noch  nicht  einheitlich  geregelt.  So  berichtete
der  Vertreter  des  Schachtes  >1  Deutscher  Kaiser,  daß  die  unterirdisch ­
  beschäftigten  Arbeiter  außer  der  bisherigen  Zusatzmenge
von  zwei  Pfund  Brot  jetzt  weitere  zwei  Pfund  die  Woche  bekommen ­
  hätten.
Auch  hier  ist  die  Tatsache  zu  verzeichnen,  daß  ein  Teil  der
Arbeiter,  die  Samstags  oder  an  einem  Tage  vor  einem  Feiertage ­
  (Himmelfahrt)  abends  zu  einer  Schicht  anfahren,  keine
Zusatzmarken  bekommen.  Die  Verteilung  wird  nicht  einheitlich
vorgenommen.  Aus  einigen  Schächten  gibt  man  allen  Arbeitern
die  Zusatzkarten  für  Ueberschichten,  während  sie  auf  anderen
Schächten  verweigert  werden.
Der  Vertreter  von  der  Zeche  Oberhausen  konnte  mitteilen,
daß  den  Bergleuten  in  der  vergangenen  Woche  16  Brotkarten
zu  je  600  Gramm  für  vier  Wochen  ausgehändigt  wurden.  Außerdem ­
  hat  jeder  unterirdisch  beschäftigte  Bergarbeiter  am  lebten
Samstag  ein  Pfund  Speck  erhalten.
Ueber  die  Zusatzkarten  für  verfahrene  Ueberschichten  an
Samstagabenden  wurde  mitgeteilt,  daß  hier  derselbe  Zustand  sei
wie  auf  Westende  und  Sterkrade.
Von  der  Zeche  Rosenblumendelle  wurde  mitgeteilt,  daß  ain
%  d.  Mts.  Speck  ausgegeben  worden  sei.  Mehrere  Bergleute
hätten  den  Speck  aber  nicht  empfangen  können,  weil  sie  kein  Geld
wehr  hatten,  um  ihn  zu  bezahlen.  (Hier  könnten  die  Zechenverwaltungen ­
  doch  mit  Leichtigkeit  eingreifen,  indem  sie  den
            
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