Full text: Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

derjenigen Leute dieser Gruppe, die unter 6 Mark verdient haben, ent 
fallen nur 0,31 Prozent. Bei diesen handelt es sich aber fast aus 
schließlich um Lehrhauer, also um Arbeiter, die schon seit jeher aus 
einem Teil der Zechen für die Uebergangszeit einen geringern Lohn 
aus dem Gedinge als die Vollhauer erhalten. 
26,5 Prozent der Kohlen- und Lehrhauer hatten im Juli einen 
Schichtverdienst zwischen 7 und 8 Mark, 50 Prozent einen solchen zwi 
schen 8 und 9 Mark und 19,6 Prozent einen solchen von über 9 Mark. 
Würde man bei Ermittelung des durchschnittlichen Schichtverdienstes 
die statistischen Erhebungen für die Klasse der eigentlichen Vollhauer 
gesondert vornehmen, so wäre eine nicht unwesentliche Erhöhung ihres 
Turch-schnittslchnes, also eine Verschiebung der vorerwähnten Prozent- 
ziffern in die jeweilig höheren Lohngruppen, die natürliche Folge. 
Von den mit den Hauern in einem Gedinge arbeitenden oder 
ihnen sonst zugewiesenen Schleppern, also einer Arbeitergruppe, die 
aus ungelernten Leuten besteht, verdienten im Juli d. I. 31,5 Prozent 
unter 6 Mark, 24,8 Prozent zwischen 6 und 7 Mark, 28,5 Prozent 
zwischen 7 und 8 Mark und 15,3 Prozent über acht Mark in der acht 
stündigen Schicht. Wenn auch bei dieser Arbeitergruppe erhebliche 
Lohnunterschicde auftreten, so erklärt sich das ohne weiteres daraus, 
daß bei der Mannigfaltigkeit der unterirdischen Betriebsverhältnisse 
die Anforderungen an die Arbeitsleistung der meist noch im jungen 
Alter stehenden Schlepper sehr erheblich voneinander abweichen und 
daß sich auch bei diesen Arbeitern ein ständiger Wechsel mit der ein 
gangs erwähnten Rückwirkung auf den Durschnittslohn vollzieht. 
Trotz des dauernd erfolgten Zuzuges ungeschulter Arbeitskräfte 
ist der Turchschnittslöhn je Schicht auch in den letzten Monaten nicht 
unwesentlich gestiegen; er dürfte heute auf Grund sorgfältiger Be 
rechnungen für die der Klasse I der amtlichen Statistik angehörenden 
Hauer, Lehrhäuer und Schlepper eine Höhe von mehr als 8,30 Mark 
erreicht haben — das ist fast zehn Prozent mehr gegenüber dem in der 
letzten amtlichen Nachweisung angegebenen Lohn und über 35 Prozent 
mehr als der Lohn im letzten Vierteljahr 1914. Die Erhöhung des 
Durchschnittslohnes hat sich während der Dauer des Krieges auf allen 
Zechen fast ununterbrochen vollzogen und es ist, wenn nicht der Gang 
der Verhältnisse durch besondere Umstände störend beeinflußt werden 
sollte, auch nicht anzunehmen, daß eine Aenderung in dieser Entwick 
lung eintreten wird. 
Dasselbe gilt bezüglich der übrigen unter und über Tage beschäf 
tigten Belegschaftsmitglieder, deren Löhne ebenfalls dauernd gestiegen 
sind. Auch bei den Durchschnittslöhnen dieser Arbeitergruppen macht 
sich naturgemäß der Zuzug bergfremder Leute in gleicher Weise gel 
tend. Es darf ferner nicht außer Acht gelassen werden, daß sich unter 
den im Schichtlohn beschäftigten Arbeitern ein großer Teil von Knapp 
schaftsinvaliden mit beschränkter Leistungsfähigkeit befindet.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.