Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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marken  aus,  andere  3  Pfund  und  wieder  andere  3^  Pfund  und
4  Pfund.  Einige  Zechenverwaltungen  stellten  sogar  die  Ausgabe ­
  von  Brotzusatzniarken  wieder  ein,  angeblich  infowe  behördl.
Verfügung.  Ebenso  werden  die  schon  früher  angewiesenen  Brot-Zusatzmarken
  für  Ueberschichten  noch  immer  nicht  einheitlich  abgegeben. ­
  Für  eine  halbe  Ueberschicht  wird  überall  eine  ^-Pfundmarke,
  für  eine  ganze  Ueberschicht  (Nebenschicht  genannt)  wird
von  vielen  Zechen  nur  %  Pfund,  von  vielen  Zechen  aber  wird,
wie  es  auch  richtig  ist,  eine  Marke  für  1  Pfund  Brot  abgegeben.
Wir  bitten  das  Kriegsernährungsamt,  die  Zechen  anzuweisen, ­
  für  eine  ganze  Ueberschicht  (Nebenschicht  genannt)  auch
ein  ganzes  Pfund  Brot  anzuweisen  und  die  besondere  Brotmenge ­
  einheitlich  für  alle  Zechen  und  Bergarbeiter  zu  regeln.
Die  Tagesarbeiter  beklagen  sich  sehr  bitter,  daß  sie  meist
weder  Speck  noch  besondere  neue  Brotmarken,  ja  meist  nicht  einmal ­
  Hülsenfrüchte  erhalten,  obwohl  viele  von  ihnen  recht  schwere
Arbeit  über  Tage  verrichten  müssen.  Wenn  es  auch  richtig  ist,
daß  viele  Tagesarbeiter  sich  mittags  Essen  bringen  lassen  können,
so  ist  das  doch  bei  vielen  wegen  der  stundenweit  abliegenden
Wohnung  nicht  möglich.  Namentlich  empfinden  die  Leute  es
hart,  daß  sie  gleich  2  bis  3^  Pfund  Brot  für  die  Woche  weniger
erhalten.  Wir  bitten  auch  hierin  Wandel  zu  schaffen.
Dann  geben  die  Zechenverwaltungen  auch  sehr  ungleichmäßig ­
  und  zu  sehr  stark  abweichenden  Preisen  in  allen  Bergrevieren ­
  noch  andere  Lebensmittel  an  die  Belegschaften  ab.  Wir
könnten  hier  auf  Wunsch  eine  Menge  von  Beispielen  anführen.
Diese  ungleiche  Abgabe  ist  sehr  willkürlich  und  reizt  die
Arbeiter  stark  auf.  Auf  manchen  Zechen  werden  wirklich
reichlich  Lebensmittel  verkauft,  auf  manch  anderen  wieder  wenig
oder  gar  nichts.  Auch  sind,  wie  bereits  erwähnt,  die  Preise
außerordentlich  verschieden.  Das  alles  erzeugt  nur  Mißstimmung ­
  bei  denen,  welche  nichts  erhalten  oder  die  manchmal  fast
doppelt  hohe  Preise  für  dieselben  Waren  zahlen  müssen  als  auf
Nachbarzechen  zu  zahlen  sind.
Um  diesem  Wirrwarr  ein  Ende  zu  machen,  bitten  wir  dringend, ­
  den  Zechen  nur  die  Brotmarken  für  Ueberschichten  zu  belassen ­
  und,  wie  vorhin  vorgeschlagen,  geordnet  abgeben  zu  lassen.
Die  Verteilung  von  Fett,  Fleischwaren,  Hülsenfrüchten  usw.  für
die  Schwerarbeiter  sollte  nur  durch  die  Genieindcn  geregelt
werden,  damit  eine  gleichmäßige  Menge  zu  einheitlichen  Preisen
an  die  in  Frage  kommenden  Schwerarbeiter  gelangt.  Die  Or-,
  ganisation  dieser  Verteilung  durch  die  Gemeinden  macht  keine
große  Arbeit.  Die  meisten  Gemeinden  haben  doch  den  Lebensmittelverkauf ­
  setzt  schon  organisiert.
Ueber  die  viel  zu  hohen  Kartoffelpreise  herrscht  großer  Mißmut.
  Daß  die  Preise  für  Frühkartoffeln  viel  zu  hoch  sind,  beweist ­
  die  zeitweilige  Ueberschwemmung  des  Kartoffelmarkts.  Auch
            
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