Full text: Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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besserungswürdigen Lohnverhältnisse hingewiesen wurden und bei 
Ablehnungen eine zu starke Mißstimmung unter den Bergar 
beitern zu befürchten war. 
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Die Eingabe an den Zechenverband löste folgende Antwort 
aus: 
„Essen, den 3t. Januar 1917. 
In der Begründung des unter dem 30. Dezember 1916 gestellten 
Antrags, zu Beginn des neuen Jahres eine allgemeine Lohnaufbesse 
rung eintreten zu lassen, wird auf den Stand der in den bedeutendsten 
preußischen Bergbaubezirken amtlich ermittelten Durchschnittslöhne' 
verwiesen. 
Ein Anlaß, auf die Lohnverhältnisse anderer Bergbaubezirke ein 
zugehen, dürfte für uns nicht vorliegen. Der angestellte Vergleich 
zeigt aber, daß die Belegschaften unseres Bezirks hinsichtlich der Ent- 
löhnung gegenüber ihren Kameraden anderer Bezirke weitaus an 
erster Stelle stehen. 
Der Durchschnittsschichtverdienst für die Angehörigen der I. Löhn 
klasse, der, wie in der Eingabe richtig bemerkt wird, im 8. Viertel 
jahr 1916 eine Höhe von über 8 Mk. erreicht hat, ist inzwischen auf 
etwa 9 Mk. gestiegen. Er hat sich somit seit Kriegsbeginn um etwa 
50 Prozent erhöht. Der Lohn der Gesamtbelegschaft ist in derselben 
Zeit von 5,07 auf 7,00 Mk., also um rund 40 Prozent gestiegen. Wie 
diese für eine so zahlreiche und in ständig steigendem Maße von Un 
gelernten Kräften, jugendlichen Arbeitern, Berufsinvaliden und Frauen 
durchsetzte Arbeiterschaft wohl einzig dastehende Lohnentwicklung sich 
während der Dauer des Krieges allein durch den natürlichen Gang der 
Dinge in ununterbrochenem Fortschritt vollzogen hat, so liegt auch 
heute kein Grund zu der Annahme vor, daß eine baldige Aenderung 
in diesen Verhältnissen eintreten wird. 
Wir bitten, die mitunterzeichueten Verbände von vorstehender Ant 
wort in Kenntnis setzen zu wollen. 
Glückauf! 
Z e ch e n v e r b a n d. 
Der Vorstand: Hugenberg. Die Geschäftsführung: Kratz." 
Eingaben an den Aufsichtsrat des Kalisyndikats sowie an den 
Verein für die gemeinschaftlichen Interessen des Hannoverschen 
Kalibergbaues und an den Verein der deutschen Kali-In 
teressenten 
lvurden vom Verbandsvorstand unterm 30. Dezember 1916 ab 
gesandt. 
In der Eingabe an das Kalisyndikat, die wir nicht vollständig 
hier wiedergeben wollen, wird ans die Schreiben an die beiden 
Vereine hingewiesen und dann folgendes ausgeführt:
	        
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