Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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des  Gewerkvereins  christlicher  Metallarbeiter)  Anfang  Januar
1917  nach  Berlin  zum  Kriegsernährungsamt.  Dieser  Deputation ­
  wurde  dort  versprochen,  126  Gramm  Fettware,  1  Pfund
Wurst  und  2  Pfund  Graupen  wöchentlich  mehr  zu  liefern.  Das
alles  wurde  dann,  als  es  in  den  Zeitungen  bekannt  gemacht  war,
abgestritten.  Im  KEA.  wollte  niemand  das  Versprechen  gegeben ­
  haben.  Was  sind  das  für  Zustände?!  Am  20.  Januar
1917  waren  die  vier  Bergarbeiterverbände  zu  einer  Audienz  in
das  KEA.  bestellt.  Dort  wurde  wieder  mehr  Fleisch  und  Wurstwaren ­
  für  Schwerstarbeiter  versprochen.  Vom  Februar  ab  sollte
diese  höhere  Menge  verteilt  werden.  Endlich,  zirka  drei  Wochen
nach  jener  Audienz,  ich  glaube  am  10.  Februar,  kam.die  schriftliche ­
  Bestätigung  für  diese  Zusagen,  aber  die  Gemeinden  und
Lieferungsverbände  wußten  noch  nichts  davon.  Die  Lieferung
dieser  Waren  war  also  bisher  noch  nicht  möglich.  Vier  Wochen
nach  den  Versprechungen  haben  die  Gemeinden  vom  KEA.  noch
nicht  einmal  genaue  Anweisungen,  geschweige  denn  die  erforderliche ­
  Ware.  Der  Landrat  von  Essen  hat  uns  am  20.  d.  M.
noch  gebeten,  beim  KEA.  auf  endliche  Lieferung  der  versprochenen
Mengen  Lebensmittel  für  die  Schwerstarbeiter  zu  drängen;  das
Versprechen  genüge  nicht.
Die  Lohnunterschiede  bei  den  Bergarbeitern  find  zu  groß
lind  nicht  zu  rechtfertigen.  Fleißige  Hauer  verdienen  kaum  7
Mark,  andere  12  Mark  und  noch  mehr,  ohne  daß  sie  sich  mehr
anstrengen.  Die  niedrigen  Löhne  müssen  für  alle  Kategorien
unbedingt  aufgebessert  werden,  damit  die  Leute  sich  auch  dann
und  wann  solch  teuere  Fett-  und  Fleischwaren  kaufen  können,
um  ihre  Kräfte  auch  zur  erforderlichen  Uebecarbeit  aufrecht  zu
erhalten.  Namentlich  müßten  für  die  Ueberschichten,  wie  in  anderen ­
  Berufen,  prozentuale  Zuschläge  gezahlt  werden,  wie  das
die  vier  Bergarbeiterverbände  kürzlich  in  ihrer  Eingabe  an  das
Kriegsamt  forderten.  Die  Zeche  Sälzer-Neuack  zahlt  für  die  zur
Samstagnachtschicht  verfahrene  Ueber-  oder  Nebenschicht  33%
Prozent  Zuschlag.  Das  müßte  bei  allen  Ueberschichten,  noch
mehr  aber  für.  Sonntagsschichten,  gezahlt  werden.  Auch  in  Oberschlesien ­
  und  anderen  Revieren  wird  da  und  dort  für  Sonntagsarbeit ­
  schon  mehr  gezahlt,  und  das  muß  als  nachahmenswert  bezeichnet ­
  werden.
Die  Kartoffelration  muß  unbedingt  auf  mindestens  fünf
Pfuii^  für  die  Woche  erhöht,  auch  mehr  Fett  und  Fleisch  geliefert ­
  werden.  Ferner  muß  die  Verteilung  an  alle  Belegschaften
in  einheitlichen  Mengen  und  zu  einheitlichen  Preisen  erfolgen.
Von  staatsfeindlichen  Einflüssen  ist  uns  bei  diesen  Streiks
nirgends  etwas  zu  Ohren  gekommen.  Haben  die  Leute  mehr  zu
essen  und  mehr  Lohn,  um  sich  mehr  kaufen  zu  können,  Rüben
            
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