Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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aufleben,  so  wie  es  auch  schon  im  Königreiche  Sachsen  heute  der
Fall  ist.
Die  Ziffer  1  des  §  35  entspricht  den  Anforderungen  des
■§  1542  der  R.-V.-O.  In  der  am  26-  September  1917  eingereichten ­
  Eingabe,  die  wir  schon  vorher  anführten,  hat  Unterzeichneter ­
  auch  uni  Streichung  dieses  Paragraphen,  sowie  der  88
1321  und  1322  ersucht,  und  zwar  aus  folgenden  Gründen:
„Die  Paragraphen  1321  und  1322  sind  zu  streichen,  da  sic
den  Ausbau  der  sozialen  Versichcrungsgesetzgebung  hindern  und
die  in  diesen  Paragraphen  vorgesehene  Erlaubnis,  die  Renten
Zu  ermäßigen,  den  Rentenbeziehern  schadet  und  besonders  das
Anfrechnungsverfahren  die  Schuld  daran  trägt,  daß  unsere  soziale ­
  Gesetzgebung  noch  nicht  so  anerkannt  werd,  wie  es  zu  wünschen ­
  wäre  in  einem  Kulturlande  wie  Deutschland.  Wir  verkennen
nicht,  daß  bedeutende  Mehrausgaben  entstehen,  wenn  Las  Aufrechnungsverfahren ­
  verschwinden  mutz,  aber  diese  müssen  getragen ­
  werden,  wenn  unsere  soziale  Gesetzgebung  weiter  als
inustergültig  dastehen  soll.  Erst  wenn  außer  den  reichsgesetzlichen
  Unterstützungen,  die  Invaliden-,  Alters-  und  Hinterbliebenennnterstützung,
  die  Kassen,  wie  z.  B.  Fabrik-,  Secmannsund
  Knappschaftskassen  ihren  Mitgliedern  geben,  voll  ausgezahlt
werden  müssen,  kann  man  von  einer  wirklichen  sozialen  Versorgung
  dieser  Mitglieder  sprechen.
Die  Aenderung  der  88  1522  und  1542  (8  36  des  Knappschaftsgesetzes) ­
  beantragen  wir  aus  gleichen  Gründen."
Allgemeine  Begründung.
Tie  Einwirkungen  des  Krieges  haben  gezeigt,  daß  nur  mächtige ­
  Gebilde,  starke,  mitgliedsreiche  Knappschaftsvereine  existenzfähig ­
  bleiben,  und  muß  deshalb  alles  geschehen,  die  Vereinigung
und  Verschmelzung  von  Knappschaftsvereinen  schleunigst  zu  veranlassen. ­
  Doch  nicht  allein  die  Existenzfähigkeit  der  knappschaftlichcn
  Einrichtungen  muß  gewahrt  bleiben,  sondern  wir  sind  es  denen, ­
  die  bei  harter  Arbeit  und  vielen  Entbehrungen  in  der  Heimat
durchholten  und  die  an  der  Front  Leben  und  Gesundheit  für
unser  Vaterland  eingesetzt  haben,  schuldig,  diese  Einrichtungen
auszubauen  und  zu  vervollkommnen.  Die  Fürsorge  um  Jugendliche. ­
  Kranke,  Invaliden  und  Hinterbliebene  mutz  verstärkt  und
dadurch  Not  und  Elend  in  unserem  Vaterlande  zurückgedrängt
werden.  So  wie  heute  Milliarden  geopfert  werden,  um  den  Bestand ­
  unseres  Vaterlandes  zu  sichern,  darf  auch  kein  Opfer  gescheut ­
  werden,  die  soziale  Gesetzgebung  auszubauen,  soll  ein  starkes ­
  Arbeitergeschlecht  heranwachsen,  auf  dem  Deutschlands  Zukunft ­
  beruht.
Alle,  denen  es  ernst  damit  ist,  unsere  Industrie  zu  schützen,
einen  kräftigen  Arbeiterstamm  zu  erhalten,  müssen  deshalb  auch
            
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