Full text: Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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dadurch zur Minderförderung des heute so nötigen Minerals. Jni 
Interesse des Turchhaltens, zum Besten unseres Vaterlandes ist 
es deshalb, wenn Ew. Hochwohlgeboren schnellstens dafür Sorge 
tragen, daß die benötigten Mengen Kohlen, die an Bergarbeiter 
zu liefern sind, den Händlern, bei denen sich Bergarbeiter zum 
Bezug einzeichneten, gestellt werden. 
Die Bergarbeiter, welche von dem Anschluß an den Verein 
der Reichstreuen nichts wissen wollen, haben Wohl dasselbe An 
recht auf Heizungsmaterial, denn gerade sie sind mit die besten 
Arbeiter und Familienväter. Bei weiterem Mangel an Brenn 
stoff werden sich bald üble Folgeerscheinungen bemerkbar machen, 
die heute noch vermieden werden können. 
In der Hoffnung, daß unser Gesuch bewirkt, daß baldigst das 
Nötige veranlaßt wird, damit die Bergarbeiter, die nicht Mit 
glieder des reichstreuen Vereins, aber ebenso gute Bergarbeiter 
wie Deutsche sind, baldigst von der Kohlennot befreit werden, und 
im Voraus dafür dankend, zeichnet 
mit hochachtungsvollem Glückauf! 
(Unterschrift.) 
ch * * 
Auf diese Eingabe ging unter dem 17. Dezember 1917 fol 
gende Antwort ein: 
„Ich bin der Angelegenheit sofort nachgegangen und werde nicht 
verfehlen, zur Herbeiführung einer gleichmäßigen Belieferung die 
erforderlichen Schritte zu tun. Vom Ergebnis werde ich Euer Hoch 
wohlgeboren seinerzeit verständigen." 
Forderungen der sächsischen Bergleute. 
Die unterzeichneten Organisationsvertreter richteten an den 
Bergbaulichen Verein für Zwickau und Lugau-Oelsnitz folgende 
Eingabe: 
Zwickau, den 18. Dezember 1917. 
Am Sonntag, den 16. d. Mts., fanden in Lugau und Zwickau 
se eine starkbesuchte Konferenz von Vertretern der Bergarbeiter 
sämtlicher Steinkohlenwerke in den genannten^Bergbaurevieren 
statt. Sie beschäftigten sich mit der Lohn-, Schichtzeit-, Aus- 
fperrungs- und Krankenunterstützungsfrage, und kamen nach län 
geren Beratungen einstimmig zu folgenden Forderungen, die die 
Unterzeichneten im Auftrage der Konferenzen hierdurch dem 
Bergbaulichen Verein für Zwickau und Lugau-Oelsnitz mit dem 
Ersuchen um baldmöglichste wohlwollende Berücksichtigung unter 
breiten: 
1. Eine Schichtlohnzulage von 1 Mark pro Schicht. 
2. Erhöhung der jetzigen Teuerungszulage von 1,70 Mark 
auf 3 Mark pro Schicht.
	        
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