Full text: Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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3. Pro Mark des Schichtlohnes nicht unter 70 Pf. Gewinn 
(Ausbeute) für die Grubenarbeiter. 
4. Pro Mark des Schichtlohnes nicht unter 50 Pf. Gewinn 
(Ausbeute) für die Tagesarbeitcr. 
5. Allgemeine Einführung der achtstündigen Schichtzeit. 
6. Endgültige Aufhebung der Sperre. 
7. Erhöhung der Krankenunterstützungen bzw. der Grund 
löhne gemäß der letzten Verordnung des Bundesrats zu 
8 180 RVO. 
Begründung: 
Zu 1 bis 4.: Der gegenwärtige Stand der ganzen Lebens 
haltungskosten hat eine geradezu gefahrdrohende Höhe erreicht^ 
demgegenüber das jetzige Lohneinkommen der Bergarbeiter, trotz 
den verschiedentlich gemachten Zulagen völlig unzureichend ist. 
Wir glauben mit diesem allgemeinen Hinweise uns begnügen zu 
können, da auch den Herren Werksbesitzern die tatsächlichen Ver 
hältnisse in den Familien der Bergarbeiter nicht unbekannt sein 
dürften: es braucht nur aus die eine Tatsache aufmerksam ge 
macht zu werden, in welch fabelhafter Weise die Preise für Klei 
dung, Schuhwerk sowie für allgemeine in der Familie unent 
behrliche Bedarfsartikel gestiegen sind. Diese Tatsache wird für 
die Bergarbeiterfamilien um so empfindlicher, weil in den ver 
flossenen Kriegsjahren diese Sachen verbraucht wurden und nun 
Neuanschaffungen unerläßlich sind. Nicht unterlassen wollen wir, 
noch besonders auf die Preise der für die Bergarbeiter so not 
wendigen Seife hinzuweisen. Da die tägliche körperliche Reini 
gung im gesundheitlichen Interesse der Bergarbeiter unerläßlich 
ist, so kommen diese mit den ihnen zugewiesenen Seifenrationeu 
nie aus, sondern müssen dafür monatlich bis zu 10 Mark be 
sondere Aufwendungen machen. Die Begründung, die die Herren 
Werksbesitzer für ihre letzte Kohlenpreiserhöhung anführten, daß 
die Regiekosten auch weiter wesentlich sich verteuert haben, trifft 
in noch stärkeren Verhältnissen auf die Lebenshaltung der Berg 
arbeitersamilien zu. Die bei der letzten Lohnbewegung von den 
Herren Werksbesitzern gegebenen Versprechungen, einen Gewinn 
von <0 Prozent pro Mark des Schichtlohnes zu gewähren, sind 
leider von vielen Werken nicht eingehalten worden. Im Zwickauer 
Reviere wird auf keinen: Werke ein solcher Durchschnittsgewinn 
erzielt: auch im Bezirk Lugau-Oelsnitz sind Werke vorhanden, 
auf denen das Gleiche der Fall ist. Eine Anzahl Arbeiter in 
beiden Revieren wird sogar mit besonders geringen Lohnsätzen 
entlohnt. 
Zu 5.: Die Einführung der achtstündigen Schichtzeit recht 
fertigt sich nicht nur aus den günstigen Erfahrungen, die bisher 
allgemein mit kurzer. Arbeitszeit gemacht wurden, sondern sie 
ist besonders notwendig mit Rücksicht aus die jetzige, die Gesund 
beit der Arbeiter äußerst gefährdende ungenügende Ernährungs-
	        
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