Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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Beim  Zwickauer  -  Oberhohndorfer  Steinkohlenbau-Verein
(gegr.  1854)  wurden  seit  1898  bei  einem  seit  1890  unveränderten ­
  Aktienkapital  von  nur  765  000  Mk.  14  732  000  Mk.  Divinen
  noch  461  481  Mk.  eigener  Zehnten, ­
  zusammen  15  183  481  Mk-  Gewinne.  Bei  diesem  Werke
find  also  allein  seit  1898  Gewinne  in  fast  zwanzigfacher  Höhe
des  Aktienkapitals  verteilt  worden.
Beim  Zwickauer  Steinkohlenbau-Verein  (gegr.  1837)  wurden ­
  bei  einem  seit  1890  unveränderten  Aktienkapital  von
346  000  Mk.  9  250  000  Mk.  Dividenden  verteilt,  einschließlich  des
eigenen  Zehnten.  Hier  wurden  also  Dividenden  in  mehr  als
fünfundzwanzigfacher  Höhe  des  Aktienkapitals  verteilt.
Zu  den  Gewinnen  dieser  Werke  kommen  noch  seit  dem
Jahre  1909  beim  Erzgebirgischen  Steinkohlen-Aktien-Verein
3  461  466,64  Mk.,  beim  Zwickauer  Brückenberg-Steinkohlenbau-Verein
  2  404  611,31  Mk.,  bei  der  Zwickauer  Bürgergewerkschaft
686  126,66  Mk.,  beim  Zwickau-Oberhohndorfer  Steinkohlenbau-Verein
  3  514  989,60  Mk.  und  beim  Zwickauer  Steinkohleubau-Vcrcin
  (Vereinsglück)  1  093  013,41  Mk.,  zusammen  9  056  107,41
Mark,  die  von  den  von  den  Bergarbeitern  geschaffenen  Werten
in  Form  von  Zehnten  in  völlig  müßige  Hände  wanderten.  Es
ist  ferner  zu  beachten,  daß  die  Kapitalien  der  Werksbesitzer  in
den  Jahrzehnten  seit  Bestehen  der  Werke  sich  um  das  vielfache
vermehrt  haben,  die  Kapitalien  der  Bergarbeiter  aber,  d.  h.  deren ­
  Arbeitskräfte,  sind  bei  stets  minimalster  Anteilnahme  an
den  Arbeitswerten  von  Jahr  zu  Jahr  herabgemindert  worden,
was  in  vielen  Hunderten  Fällen  zu  frühzeitiger  Invalidität
führte  und  kiinftig  in  erhöhtem  Maße  der  Fall  zu  werden  droht.
Auch  für  die  von  uns  in  allgemeiner  Form  wiedergegebenen
Klagen  der  Bergarbeiter,  daß  ihnen  von  den  Werksverwaltungen
die  Teuerungszulagen  durch  sogenannte  Scheingedinge  zum
großen  Teil  'wieder  entzogen  werden,  lassen  sich  von  uns  naturgemäß ­
  nur  vereinzelte  Beweise  erbringen,  weil  die  meisten
Werksverwaltungen  die  gesamten  Löhne  den  Belegschaften  nicht
bekanntgeben.  In  einer  von  den^Belegschaftsvertreterkonferenzen
  am  3.  und  10.  März  d.  Js.  (Siehe  unsere  Eingabe  vom  18.
März  d.  Js.)  gewünschten  gemeinschaftlichen  Aussprache  mit  den
Werksverwaltungen  würden  die  Belegschaftsvertreter  schon  die
Nachweise  für  die  Richtigkeit  dieser  von  allen  Belegschaften  täglich ­
  geäußerten  Beschwerden  erbringen.
Nur  von  den  nachfolgend  benannten  Werken  sind  uns  inzwischen ­
  wieder  detaillierte  Lohnangaben  zugegangen.  Danach
betrugen  beim  Zwickauer  -  Oberhohndorfer  Steinkohlenbau-Verein
  im  Monat  März  d.  Js.  die  Gewinne  (Ausbeuten)  auf
Schacht  l  vor  vier  Oertern  100  Prozent,  vor  30  Oertern  über
70  Prozent,  vor  31  Oertern  60  bis  70  Prozent,  vor  19  Oertern
50  bis  60  Prozent,  vor  9  Oertern  35  bis  40  Prozent,  Zimmer-
            
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