Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

—  326  —
linge  35  Prozent,  für  Förderleute  35  bis  45  Prozent,  für  Tagesarbeiter ­
  15  bis  35  Prozent.  --  Auf  Schacht  II  betrugen  die  Gewinne ­
  (Ausbeuten)  im  gleichen  Monat  vor  25  Prozent  aller
Oerter  70  Prozent  und  darüber,  vor  26  Prozent  Oertern  38  bis
50  Prozent,  vor  60  Prozent  Oertern  61  bis  69  Prozent,  für
Zimmerlinge  und  Reparaturarbeiter  30  bis  65  Prozent,  für
Tagearbeiter  8  bis  37  Prozent;  85  Prozent  aller  Zimmerlinge
und  Reparaturarbeiter  erreichten  jedoch  nur  30  bis  40  Prozent
Gewinn.
Von  dem  Werk  Helene-Jda  im  Oelsnitz-Lugauer  Reviere
wird  uns  berichtet:  Auch  hier  wird  Scheingcdinge  festgestellt
und  als  Beweis  auf  die  Betriebspunkte  Nr.  63  und  54  auf  der
dritten  Sohle  hingewiesen.  Am  Monatsschluß  kommt  der  Gewinnzettel ­
  heraus.  Darauf  ist  angegeben,  wieviel  überall  draufgelegt ­
  werden  mußte-Von
  den  Hedwigschächteu:  Die  Gedinge  sind  fast  überall
Scheingedinge,  nur  bei  einzelnen  Oertern  kommt  die  Belegschaft
mit  dem  Gedinge  auf  den  Lohn,  der  ausgezahlt  wird.  Wenn
mit  der  Kohlenförderung  im  Gedinge  es  nicht  ausreicht,  so  wird
vom  Steiger  die  Reparatur  und  sonstige  Nebenarbeit  etwas  erhöht, ­
  so  daß  die  Mannschaft  stets  im  Unklaren  darüber  ist,  was
verdient  wurde.
Deutschland-Vereinsglück:  Hier  werden  die  Gedinge  in  der
Obersteigerstube  gemacht,  die  Belegschaft  in  der  Grube  erfährt
überhaupt  in  den  meisten  Fällen  nichts.  Das  Gedinge  wird
dann  in  der  Mannschaftsstube  ausgehängt,  ob  damit  etwas  verdient ­
  werden  kann  oder  nicht,  danach  fragt  niemand.  So  sind
die  Arbeiter  immer  auf  die  Gnade  der  Grubenbeamten  angewiesen. ­

Augustaschacht:  Das  Gedinge  ist  meistens  Formsache.  Vor
vielen  Betriebspunkten  wird  mit  dem  gestellten  Gedinge  das
nicht  verdient,  was  ausgezahlt  wird.
Vorstehende  Angaben  sind  die  wörtlichen  Wiedergaben  der
uns  aus  den  Belegschaften  zugegangenen  Berichte.
Auch  hinsichtlich  der  Frage  der  Schichtzeitverkürzung  können
wir  naturgemäß  nur  auf  das  uns  durch  unseren  Verkehr  mit  den
Bergarbeitern  von  diesen  so  vielseitig  vorgetragene  Verlangen
hiernach  allgemein  hinweisen.  In  allen  Zusammenkünften  der
Bergarbeiter  werden  von  diesen  übereinstimmend  fortgesetzt  lebhafte ­
  Klagen  über  die  gesundheitlich  so  ruinöse  lange  Schichtzeit
vorgebracht.  Am  14.  d.  Mts.  hat  auch  eine  von  rund  1000  Personen ­
  besuchte  Versammlung  der  Belegschaft  der  Zwickauer
Brückenberggewerkschaft  den  Arbeiterausschuß  beauftragt,  mit
der  Werksverwaltung  über  dir  baldige  Wiedereinführung  der
achtstündigen  Schichtzeit  zu  verhandeln.  Wir  gestatten  uns,  den
im  hiesigen  Sächsischen  Volrsblatt  über  diese  Versammlung  erschienenen ­
  Bericht  hier  beizufügen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.