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digung mit der Bezirksleitung des Gewerkvereins christlicher
Bergarbeiter zu Saarbrücken Eurer Exzellenz über die Lage und
Vorkommnisse in letzter Zeit im Saargebiet Aufklärung zu
geben:
Es haben am 20. Februar und am 1k. Mai d. Js. zwischen
den Vertretern der Königlichen Bergwerksdirektion zu Saarbrücken
und den Vertretern der beiden für das Saarrevier in
Frage kommenden Bergarbeiterverbände Verhandlungen stattgefunden.
in denen Lohn- und sonstige Arbeiterfragen erörtert
wurden. In der Hauptsache war es die Lohnfrage, über die in
den Verhandlungen eine Verständigung zwischen der Königlichen
Bcrgwerksdirektion und den gewerkschaftlichen Arbeitervertretern
versucht wurde. Leider haben diese Verhandlungen nicht ein Ergebnis
gezeitigt, mit dem sich die Saarbergleute hätten zufrieden
geben können. Auch die von den Zentralvorständen der
Bcrgarbeiterverbände bei Eurer Exzellenz angesuchte und stattgefundene
Besprechung hat dieses Ergebnis nicht günstiger gestaltet.
Daher erlaubt sich die Bezirksleitung des unterzeichneten
Verbandes, ergebenst, noch einmal Eure Exzellenz auf die
Notwendigkeit einer besseren Lohn- und Arbeiterbehandlung
im Saargebiet
hinzuweisen. Trotz der bisher vorgenommenen Lohnerhöhungen
können die Saarbergleute damit nicht einverstanden sein, stveil
diese Erhöhungen einen Ausgleich mit der fortgesetzten Steigerung
der Lebenshaltungskosten nicht herbeigeführt Haben. Die
iin August vorigen Jahres geforderten und Ende September bewilligten
10,60 Mark Durchschnittslohn für Hauer reichten nicht
aus, die damalige Lebenshaltung der Bergarbeiter zu sichern.
Inzwischen sind die Kartoffelpreise allein um weit mehr als
das Doppelte gestiegen, in der Stadt Saarbrücken müssen sogar
12,50 Mk. für den Zentner gezahlt werden; in Ortschaften der
Umgebung sind sie nicht Vieh billiger. Feststellungen, die den
Stand der Preise für Lebensmittel und sonstige Bedarfsartikel
im Arbeiterhaushalt betrafen, wiesen in der Zeit vom Herbst
1017 bis zum Frühjahr 1918 eine Durchschnittssteigerung von
30—40 Prozent auf, und die Preise steigen weiter, wie selbst
behördlich angekündigt wird! Ihnen stöbt, nach Angaben der
Königlichen Bergwerksdirektion eine Lohnsteigerung von etwa 10
Prozent im Saargebiet gegenüber. Der im Vorjahre anläßlich
der Lohnbewegung der Saarbergleute bewilligte Lohn betrug,
wie oben angegeben, 10,60 Mark, im November 1917 sollten, nach
Angaben der Direktion, 11.32 Mark verdient worden sein; in
der Sitzung am 17. Mai erklärte die Direktion, daß der Hauerlohn
bzw. Lohn für eigentliche Bergarbeiter 11,68 Mark im
Monat April betragen habe. Ist dem so, dann ist es richtig,
daß sich