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mallohn für die Hauer, Füller und Schlepper (Lohnklasse a) in
Oberschlesien, liegt zwischen 11 und 16 Mark, der Durchschnitts
lohn wird sich zwischen 13—14 Mark bewegen. Das ist gar nicht
so „kolossal", wie es gewisse Zeitungen dem Publikum glauben
machen wolle».
Im 2. Viertel 1918 betrug der Durchschnittslohn der Klasse a,
in Oberschlesie» 10,11, im Ruhrgebiet 12,61 Mk. Durch die
gewerkschaftlichen Vereinbarungen sollen also unsere oberschlesi
schen Kameraden nun eine Lohnaufbesserung erhalten, durch die
sie endlich mit den Ruhrgebietskameraden ungefähr gleichgestellt
sind, da sich auch deren Löhne durch die neuesten Vereinbarungen
erhöhen. Wir streben sa danach, auch die großen Lohnunter
schiede zwischen den einzelnen Revieren zu beseitigen. Den ober
schlesischen Bergleuten ist immer ein großes Unrecht durch die
niedrigere Lohnzahlung zugefügt worden. Sie haben die höchste
Förderleistung pro Kopf. Ganz falsch ist es, nun allgemein von
den „16-Mark-Löhnen in Oberschlesien" zu reden.
Zweifellos bedeuten die vorstehenden Abmachungen einen
großen gewerkschaftlichen Erfolg für die oberschle
sischen Kameraden. Es ist deshalb recht bedauerlich, daß ein
großer Teil der Belegschaften noch nicht die nötige gewerkschaft
liche Schulung besitzt, um das Gebot der ernsten stunde zu
begreifen. Die Werksbesitzer haben sich leider zu spät zu gewerk
schaftlichen Vereinbarungen bereit erklärt und darum hat sich die
Erregung in der Vorwoche in größeren Arbeitseinstellungen Luft
gemacht. Wir vertrauen darauf, daß die ruhige
U eberlegung auch i n O b e r s ch l e f i e n allgemein
die Oberhand gewinnt. Der größte Teil der Beleg
schaften hat sich schon den gewerkschaftlichen Vereinbarungen an
geschlossen. Die kapitalistische Presse hat aber über die ober
schlesische Bewegung auch übertreibende Alarmnachrichten ver
breitet, durch die die Oeffentlichkeit schwer beunruhigt wurde
und dir Bergleute als rasende Wilde erschienen. Dadurch wird
der Allgemeinheit sicher nicht gedient. Es gibt, wie man sieht,
gewisse Kreise, die jede Arbeiterbewegung übertreiben und irre
führende, aufregende Nachrichten verbreiten, damit es nach außen
hin aussieht, als ob „alles drunter und drüber" gehe. Welchen
Zweck hat eigentlich dieses Treiben? seh nt
man sich nach dem E i n m a r s ch u n d d e r Diktatur
des fr e ni d ländischen Militärs?
Wir bitten unsere Kameraden dringend, nicht auf solche
Alarmberichte hereinzufallen, sondern geschlossen für die ge
werkschaftlichen Abmachungen einzutreten. Nur dadurch sichern
wir uns die errungenen Vorteile.