111. Kartell und Konjunktur.
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Konjunkturen, sie bedeuten die dauernde und unbegrenzte
Ausbeutung. Das Syndikatswesen ist nur eine Stufe besser.“
Diese Ansicht ist jedenfalls eine nicht ganz wissenschaftliche
Verallgemeinerung. Immerhin ist es nicht ganz uninteressant,
zu untersuchen, inwiefern das deutsche Syndikatswesen
dazu beiträgt, die willkürlichen Schwankungen
der Konjunktur einzuschränken und den Markt zu befestigen.
Die Wirksamkeit der Kartelle zielt vor allem, darauf
hin, auf die Gestaltung und Dauer der Konjunktur Einfluß
zu gewinnen, insbesondere ist es das Bestreben, Konjunkturenschwankungen
entgegen zu wirken, Krisen und Depressionen
zu mildern. Sie wollen eine größere Stetigkeit in
der Beschäftigung herbeiführen und damit namentlich auch
in der Krisis einen allzustarken und plötzlichen Preisrückgang
verhindern. Wenn dieses Bestreben von Seiten der
Unternehmer vorhanden ist, so geschieht dies zunächst schon
aus reinem Eigennutz. Denn der Unternehmer hat das größte
Interesse daran, seinen Betrieb möglichst gleichmäßig zu
gestalten, seine Produktion zu einem möglichst gleichmäßigen
Preise zu verkaufen, wodurch auch eine sichere Kalkulation
im voraus ermöglicht ist. Die Preise müssen sich auf einem
gewissen Preisniveau halten und daß dieses nicht zu niedrig
gehalten wird, dafür spricht schon die bisherige Preispolitik
der Verbände, insbesondere die des Rh. Westf. Kohlensyndikates.
Die Mittel, welche die Kartelle zur Erreichung ihrer Bestrebungen
anwenden, sind recht verschiedenartige, je nachdem
durch gemeinsame Regulierung der Nachfrage (nach
Rohstoffen oder überhaupt nach dem zu verarbeitenden
Material, wohl sehr selten auch die Nachfrage nach Arbeitskräften)
oder des Angebots (durch Mindestpreise oder bestimmte
Bedingungen beim Verkauf, durch Verteilung des
Absatzes bezw. der Absatzgebiete, Festlegung oder Einschränkung
der Produktion, durch einheitlichen Vertrieb oder
durch Verbindung dieser Maßnahmen miteinander) der Kartellzweck
erstrebt wird. Da die Folgeerscheinungen je nach
den angewandten Maßregeln verschiedene sein können, erscheint
es von vornherein nicht völlig bedenkfrei, einzelne
Beobachtungen zu verallgemeinern. Immerhin ist der End