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III. Kartell und Konjunktur.
liehen Krisis, die Mitte 1900 ausbrach, zu bestehen hatten,
hätten sie in nicht sehr rühmlicher Weise prästiert. Jedoch
gibt Biermer zu, daß die Syndikate zu dem, milden Verlaufe
der Krisis vielleicht beigetragen haben, was immerhin ein
Verdienst sei.
Leider muß zugegeben werden, daß auch während der
letzten Wirtschaftskrisis der Jahre 1908—1909, die Hoffnungen,
die man von den Syndikaten hegte, nicht im,mer in befriedigender
Weise erfüllt worden sind. Das Kohlensyndikat
hatte z. B. die Politik verfolgt, dem allgemeinen Preisrückgänge
nicht zu folgen, sondern seine Preise beizubehalten,
wodurch es neben anderen Gründen, die vielleicht für
eine Beibehaltung der bisherigen Preise sprachen, auch beruhigend
auf den Markt zu wirken hoffte und nicht einseitig
durch Preisnachlässe ebenfalls die Gemüter in Aufregung versetzen
und die Meinung eines allgemeinen Niederganges bestärken
wollte. Es sind nun Ansichten laut geworden, die
dahin gehen, ob es nicht besser gewesen wäre, wenn das
Kohlensyndikat der allgemeinen Wirtschaftslage angemessene
Preise festgesetzt hätte. Wenn dann auch der Wille des
Kohlensyndikates, den Konjunkturrückgang aufzuhalten —
denn diese Absicht war sicher vorhanden — nicht gelungen
wäre, sondern einem schnellen Preisfalle Platz gemacht
hätte, eine kurze wenn auch tiefgehende Krisis der
momentan herrschenden Depression (1908—1909) vorzuziehen
sei.
Aber selbst wenn das Festhalten der Preise der Hochkonjunktur
zuzeiten des wirtschaftlichen Niederganges einzelnen
Kartellen zur Last gelegt werden kann, so handelt
es sich vielleicht in diesen Fällen um eine unvorsichtige Politik
dieser Kartelle, prinzipiell aber werden solche Fälle
nichts gegen die Behauptung beweisen, daß die Kartelle geeignet
sind, Krisen vorzubeugen und gegen solche abschwächend
vorteilhaft zu wirken. Von Interesse sind in
dieser Beziehung die Ausführungen Liefmanns 1 ): Unternehmerverbände
müßten nach eingetretener Krisis nicht nur
den Preissturz verhindern, sondern auch die Produktion der
Nachfrage anpassen, in der Hochkonjunktur ihr Streben darauf
beschränken, zwecks Festhaltens möglichst gleich0
Liefmann, Krisen und Kartelle, Schmollers Jahrbuch, Bd' 26. p. 661 ff,