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Erstes Buch. Die Begründer.
Smith aus Reaktion gegen den Merkantilismus dem Gelde anhängt,
verführte einige seiner Nachfolger dazu, seinen Gedanken zu über
treiben und die Besonderheiten der Gelderscheinungen zu .verkennen.
Der wirkliche Reichtum eines Landes, führt Smith aus, besteht
nicht in Geld, sondern in „Ländereien, Häusern und verbrauchbaren
Gütern aller Art“ 1 ). Er ist „der jährliche Ertrag des Bodens und der
Arbeit“ 2 3 ). Daher muß man auch’bei einer Schätzung desNettoeinkommens
eines Landes das Geld ausschließenf ‘Das Geld wird nicht verzehrt. Es
dient einzig und allein als Zirkulationsmittel und Wertmaß der Güter. Es
ist „das große Rad des Umlaufs“ 8 ),* Deshalb, und obgleich Smith das
Geld in das umlaufende Kapital einreiht, bemerkt er, daß man es
dem fixen Kapital aller Industrie, den Maschinen und Gebäuden,
gleichstellen kann. Je mehr man, ohne die Produktion zu verringern,
an dem fixen Kapital sparen kann, um so besser ist es. Der Rein
ertrag ist dann um so größer. Das gleiche gilt für das Geld, ein
notwendiges aber kostspieliges Instrument der gesellschaftlichen Pro
duktion: „jede Ersparnis in den Ausgaben für Ansammlung und Er
haltung jenes Teils des umlaufenden Kapitals, der im Gelde besteht,
ist eine Vergrößerung von ganz derselben Art 4 5 )“, wie die, die das
festgelegte Kapital der Industrie verringert 6 * ).
Aus diesem Grunde sind die Banknoten — deren Verwendung
die des Bargeldes im gleichen Maßstabe vermindert — eine so wert
volle Erfindung, denn sie setzen eine gewisse Menge Gold und Silber
’) Yölkerreichtum II, S. 14, B. IV, Kap. I. An anderer Stelle (I, S. 169,
B. II, Kap. II) schreibt er: „Obgleich das wöchentliche oder jährliche Einkommen
aller einzelnen Einwohner eines Landes gleichfalls in Geld ihnen ausgezahlt werden
kann und wirklich auch ausgezahlt wird, so muh doch ihr wirklicher Reichtum, das
wirkliche wöchentliche oder jährliche Einkommen aller zusammengenommeu, stets in
dem Maße groß oder klein sein, als es die Quantität der konsumierbaren Güter ist,
die sie mit jenem Geld kaufen können. Das ganze Einkommen aller einzelnen, als
einer Gesamtmasse, ist offenbar nicht sowohl dem Gelde als auch den konsumierbaren
Gütern gleich, sondern nur dem einen oder dem anderen dieser beiden Werte, und
zwar den letzteren eigentlicher, als dem ersteren.“
2 ) Dieser Ausdruck findet sich zwei Mal: Am Ende der Einleitung (I, S. 2) und
II, S. 153, B. IV, Kap. IX.
3 ) Ausdruck, der dreimal im Laufe des II. Kap. des II. Buches verkommt (I,
S. 168, 170 u. 173).
4 ) Völkerreichtum I, S. 170, B. II, Kap. II.
5 ) Alle diese bei Smith so verworrenen Untersuchungen über das, was als Kapital,
und das, was als Einkommen anzusehen ist, sind in dem ausgezeichneten Werk von
Ieving Fishek: The Nature of Capital and Income, New-York 1807, klar
herausgearbeitet. Das Einkommen wird hier vollständig des materiellen Charakters,
den es bei Smith noch hat, entkleidet, um einfach als ein beständiger Strom von
Diensten zu erscheinen, während die Gesamtheit des Kapitals mit der im Augen
blick der Dauer bestehenden Gesamtmenge der Güter, aus der diese Dienste
fließen, verschmilzt.