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Zweites Buch. Die Gegner.
Die Reform war in der Tat sehr einfach.
Für alle Hauptzweige der Produktion sollte schon jetzt eine
soziale Werkstatt gegründet werden. Die Regierung hätte das not
wendige Kapital zu liefern, das durch eine Anleihe aufzubringen wäre.
„Alle Arbeiter, die die nötigen moralischen Garantien bieten“, würden,
soweit es die verfügbaren Mittel gestatten, zuzulassen sein. Der
Lohn wäre für alle gleich. Dieses letztere Prinzip scheint uns heute
nur deshalb undurchführbar, „weil die der jetzigen Generation ge
gebene Erziehung falsch und anti-sozial ist“, in der Zukunft aber
wird es ganz selbstverständlich erscheinen, „da eine durchaus neue
Erziehung die Ideen und die Sitten ändern soll“. Man erkennt hier
den allen Assozialisten gemeinsamen Gedanken eines neuen Milieus
wieder, das die gewöhnlichen Beweggründe des Menschengeschlechts
umbilden soll. Was die Hierarchie der Werkstätte anlangt, so wird
sie auf der Wahl beruhen, ausgenommen für das erste Jahr, in dem
die Regierung beauftragt ist, sie zu organisieren, weil die Teilhaber
sich noch nicht genügend kennen, um die Würdigsten zu bezeichnen.
Der Nettogewinn der sozialen Werkstatt wird jedes Jahr in drei
Teile geteilt: der eine wird unter die Mitglieder der Genossenschaft
zu gleichen Teilen als Lohnzuschlag verteilt; der zweite ist zum
Unterhalt der Alten, Kranken und Gebrechlichen bestimmt, und „zur
Erleichterung der Krisen, die auf anderen Industrien lasten“; der
dritte endlich soll „denen, die an der Genossenschaft teilnehmen
wollen, Arbeitsinstrumente liefern, in der Weise, daß die Genossen
schaft sich ohne jede Begrenzung vergrößern kann“. Es ist dies
das beständige und unveränderliche Kapital, das wir schon bei
Buchez gesehen haben.
Soll nun das Kapital, das zur Bildung dieser Genossenschaften
verwendet worden ist, keine Zinsen tragen? Aber sicherlich, und
diese Zinsen werden sogar durch Einstellung in den Staatshaushalt
garantiert. Wir dürfen aber hieraus noch nicht schließen, daß
Louis Blanc, wie Foueieb, diese Entschädigung als gerechtfertigt
ansah. Er wird zu sehr vom Saint-Simonismus beherrscht, um das
jemals zuzugeben. In der Zukunft werden die Zinsen verschwinden,
— ohne daß jedoch Louis Blanc sich darüber ausläßt, wie das ge
schehen soll. Für den Augenblick müssen sie aber beibehalten
werden, um den Übergang zu erleichtern. Man darf nicht „mit
wilder Ungeduld Existenzen erschüttern, sogar wenn sie auf die
Mißbräuche gegründet sind, die man abzuschaffen sucht“ (S. 172).
Übrigens werden die gezahlten Zinsen, wie die Löhne, als ein Teil
der Produktionskosten betrachtet. Was den Nettogewinn anbelangt,
so haben die Kapitalisten daran teil, aber nur soweit sie arbeiten.
Zusammenfassend sieht man also, daß der einzige Unterschied