Full text : Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Kapitel  I.  Die  Physiokraten.

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Logik  ihrer  Doktrinen  erklären.  Es  ist  nämlich  zuerst  darauf  hinzuweisen, ­
  daß  die  Physiokraten  der  Arbeit  nicht  die  hohe  Stellung
zusprechen  konnten,  die  wir  ihr  heute  beilegen,  da  für  sie  die  Arbeit
keineswegs  Güter  schuf,  —  und,  was  wohl  zu  beachten  ist,  die  Arbeit
des  Landarbeiters  ebensowenig,  wie  die  des  Industriearbeiters;  wenn
sie  die  erste  produktiv  nannten,  so  lag  das  daran,  weil  die  Natur
mitarbeitete,  denn  nur  diese,  aber  nicht  der  Arbeiter,  schafft  Güter*).
Weiterhin  kann  man  diese  Auffassung  aus  dem  Milieu  heraus,
in  dem  sie  lebten,  erklären.  Da  sie  seit  den  Feudalzeiten  nur  Gemeinwesen ­
  kannten,  die  von  müßigen  Großgrundbesitzern  regiert  und
sowohl  wirtschaftlich,  wie  politisch  geleitet  wurden,  erlagen  sie  in
bezug  auf  die  Notwendigkeit  des  Großgrundbesitzes  derselben  Illusion,
in  der  Aristoteles  hinsichtlich  der  Notwendigkeit  der  Sklaverei  befangen ­
  war 2 ).
Wenn  jedoch  die  Physiokraten  die  Angriffe  nicht  voraussahen,
He  später  auf  das  Grundeigentum  niederhageln  sollten,  so  haben  sie,
besonders  der  Abbe  Baudeau,  doch  nicht  unterlassen,  es  zu  erklären
Un d  zu  rechtfertigen.  Die  von  ihnen  vorgebrachten  Begründungen
müssen  um  so  eher  erwähnt  werden,  als  die  konservativen  Nationalbkonomen
  während  hundert  Jahren  nicht  müde  geworden  sind,  sich
ihrer  zu  bedienen.
Die  ihnen  am  stärksten  erscheinende  Begründung,  wenigstens
führen  sie  sie  am  öftersten  an,  besteht  darin,  daß  der  Besitzer  oder  seine
bevollmächtigten  das  Land  urbar  gemacht  haben.  Folglich  verdankt
selbst  die  produktive  Klasse  nur  ihnen,  daß  sie  das  Produktionsmittel
i 11  Händen  hat.  Sie  sind  es,  die  stets  und  noch  immer  das,  was  die
Physiokraten  die  grundlegenden  Vorschüsse  (avances  foncieres)
Jümnen,  leisten,  d.  h.  die  Ausgaben  für  Rodung,  Einfriedigung,  Gebäude
  usw. 8 ).  Der  Großgrundbesitzer  erscheint  ihnen  daher  keines-.

  }  Es  muß  darauf  hingewiesen  werden,  daß  die  Physiokraten  niemals  von  landk
 e i n Scna hlichen  Arbeitern  sprechen:  Man  könnte  fast  meinen,  daß  es  zu  ihrer  Zeit
gegeben  habe!  Ihre  Fürsorge  für  die  Landwirte  erstreckt  sich  nicht  tiefer,

als
Wenn

au f  die  Kategorie  der  Pächter  und  Halbscheidpächter.

Sv«t  aicht  ohne  Übertreibung,  ihre  Lehre  als
bezeichnen  können.

ein

Deshalb  hat  Weulbessb,
„durchaus  kapitalistisches

u  2 )  nEbensogut,  wie  man  sie  die  Klasse  der  Besitzenden  nennt,  kann  man  s,e
p' ch  Eiasse  der  Adligen  nennen,  denn  in  diesem  Sinn  ist  der  Adel  anstatt  eine
Chimäre  zu  sein,  wie  man  manchmal  sagt,  eine  den  zivilisierten  Reichen  sehr  nutz
lc  e  Wirklichkeit“  (Baudeau,  S.  670).  ...  .
k  S )  »An  dritter  Stelle  (auch  wenn  sie  meistens  an  die  erste  gesteht  werden)
kommen  die  Großgrundbesitzer,  die-  den  Boden  rodeten,  Gebäude  e ™ ch, f“-«anzungen
  anlegten  und  Einfriedigungen  auf  ihre.Kosten  machten,  oder  aber  die
Ausgaben  zurttckerstatteten,  indem  sie  schon  fertig  ausgerüstete  Erbliegenschaften
^kauften  .  .  .  D iese  Rente  gehört  uns,  werden  sie  sagen,  aus  Gründen  der  Ge-®ohtigkeit
  und  Weisheit,

gehört  uns,  werden  sie  sagen,
da  wir  für  den  Boden  Ausgaben

für  Unterhaltsmittel
            
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